Panorama

Ausgesetzte Brüder dürfen nach Frankreich zurückkehren

Die beiden in Portugal ausgesetzten französischen Kinder dürfen in ihre französische Heimat zurückkehren. (Symbolbild) Armando Franca/AP/dpa

Die beiden in Portugal von ihrer Mutter und dem Stiefvater ausgesetzten vier und fünf Jahre alten Brüder dürfen in ihr Heimatland Frankreich zurückgebracht werden. «Die französischen Justizbehörden haben im Rahmen der justiziellen Zusammenarbeit mitgeteilt, dass sie die vorläufige Entscheidung getroffen haben, diese Kinder in die Obhut der Sozialdienste von Colmar zu geben», heißt es in einer Mitteilung des Familien- und Jugendgerichts von Santiago do Cacém im Bezirk Setúbal, aus der portugiesische Medien übereinstimmend zitierten.

Zugleich würden die französischen Behörden prüfen, ob Familienmitglieder oder Dritte für eine Betreuung der Kinder geeignet seien, hieß es. Auf ein Wiedersehen mit den Kindern wartet zwar deren leiblicher Vater. Nach der Scheidung von der Mutter hatte er allerdings nur ein eingeschränktes Besuchsrecht unter Aufsicht. Gegen diese Einschränkung ging er im Zuge eines Sorgerechtsstreits gerichtlich vor, berichteten französische Medien unter Verweis auf die Staatsanwaltschaft in Colmar. Der Grund für das eingeschränkte Besuchsrecht wurde nicht bekannt.

Seit die beiden Kleinkinder am Dienstag vergangener Woche weinend an einer Landstraße von einem aufmerksamen Autofahrer in Obhut genommen wurden, waren sie in einer französischsprachigen Pflegefamilie untergebracht. Die Mutter und der Stiefvater sitzen in Untersuchungshaft. Weshalb sie die Kinder ausgesetzt hatten, ist noch unklar. Die Kinder lebten nur wenige Kilometer von der deutschen Grenze entfernt im elsässischen Colmar bei ihrer Mutter, die auch das Sorgerecht hatte.

Der Vater sagte dem lokalen Sender Ici Alsace TV, dass es nur noch eine Frage von Tagen sei, bis er seine Kinder wiedersehe. «Ich lasse die Behörden ihre Arbeit machen und warte auf ihre Zustimmung, um sie abzuholen», meinte er. «Tag und Nacht liegt das Telefon neben mir.» Die Kinder müssten nach dem Drama wieder zu sich finden. Obwohl das Geschehen schwerwiegend und zutiefst schockierend sei, wolle er darauf nicht mit Hass oder Beleidigungen reagieren.

© dpa-infocom, dpa:260526-930-132069/1

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