Ein Böschungsbrand an den Gleisen hat stundenlange Einschränkungen auf der Bahnstrecke Berlin-Leipzig ausgelöst – mit Folgen auch in anderen Bundesländern. Eine heiße Bremse eines Güterzuges habe den Brand gegen 13.00 Uhr ausgelöst, sagte Feuerwehr-Einsatzleiter Mario Schumann. Erst am späten Abend sei das Feuer schließlich gelöscht gewesen.
Wie die Deutsche Bahn auf dpa-Anfrage mitteilte, läuft der Zugverkehr auf der Strecke seit etwa 22.00 Uhr wieder. Allerdings starten einige Züge noch verspätet – weil das Personal wegen der vorherigen Probleme erst später verfügbar ist. Zuvor hatte die Deutsche Bahn am Nachmittag auf ihrer Internetseite mitgeteilt, dass die Strecke in Brandenburg zwischen Jüterbog und Ludwigsfelde wegen des Feuers gesperrt gewesen sei.
Ein ICE nach Hamburg musste in Trebbin südlich von Berlin halten und nach Leipzig zurückfahren, wie eine Sprecherin sagte. «Die Leitstelle hat in Abstimmung mit den Behörden und der Betriebszentrale nach Klärung der Lage entschieden, nach Leipzig zurückzukehren. Das dauerte etwa drei Stunden. Wir bedauern die Unannehmlichkeiten für die Reisenden sehr.» Zuvor hatte die «Bild»-Zeitung berichtet.
Züge im Fernverkehr wurden laut Bahn umgeleitet. Es könne vereinzelt zu Zug- oder Halteausfällen kommen, hatte die Bahnsprecherin mitgeteilt. «Wir bedauern die Unannehmlichkeiten für die Reisenden.» Betroffen gewesen seien folgende Verbindungen im Fernverkehr:
- ICE-Züge zwischen Berlin und Halle (Saale)/Leipzig
- ICE-Sprinter zwischen Berlin und Erfurt
- Einzelne IC-Züge zwischen Berlin und Riesa/Dresden.
Ein Blick auf die DB-Reiseauskunft ergab am Abend: Mehrere ICE-Sprinter nach Erfurt hatten eine Verspätung von zwei Stunden, einer sogar von drei Stunden. Die ICE-Züge zwischen Berlin und Halle/Saale erreichten ihr Ziel ebenfalls deutlich verspätet. Meist waren sie rund eine Stunde länger unterwegs.
Die Feuerwehr war im Großeinsatz gewesen. Ein Sprecher der Regionalleitstelle sagte am frühen Abend, die Feuerwehr sei zwischen Thyrow und Trebbin mit 65 Kräften im Einsatz. Es seien Flammen zu sehen und es qualme sehr stark. Oberste Priorität habe für die Feuerwehr, dass sich der Brand nicht in den Wald bei Trebbin ausbreite. Später sagte Einsatzleiter Schumann, der Brand sei auch in den Wald gelangt. Nach seinen bisherigen Erkenntnissen habe es auf etwa zwölf Kilometern immer wieder Brandstellen gegeben.
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