Panorama

Der Wal-Flüsterer vom Ostseestrand

Robert Marc Lehmann geht auf Tuchfühlung mit einem gestrandeten Wal in der Ostsee. Daniel Bockwoldt/dpa
Lehmann sagt, es sei möglich, den Wal ein Stück zu leiten. Daniel Bockwoldt/dpa
Lehmann dirigiert auch die Bagger, die als Teil der Rettungsversuche im Einsatz sind. Daniel Bockwoldt/dpa

Es sind filmreife Szenen - ein riesiger Wal, der vor Timmendorfer Strand festsitzt und direkt bei ihm im Neoprenanzug der Biologe Robert Marc Lehmann. Auch als Youtuber bekannt geht er auf Tuchfühlung mit dem gestrandeten Meeressäuger und dirigiert im Rahmen der laufenden Rettungsversuche schweres Gerät.

«Mittlerweile vertraut mir der Wal», sagte Lehmann am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur. «Der wird ganz ruhig, wenn man die Hand auflegt.» Dann könnten die Bagger auch direkt am Wal arbeiten. «Weil er sonst, wenn man nicht da ist, dann super nervös wird.» Am Donnerstagnachmittag waren Bagger sowohl seeseitig als auch vom Strand aus dabei, den Bereich um den Wal herum auszubaggern, um dem Tier so Bewegungsfreiheit zu schaffen.

Wale berührten sich auch untereinander viel, sagte Lehmann. «Das heißt, Berührung ist was Gutes für den, wenn er einem vertraut.»

Man könne den Wal auch bewegen und motivieren. «Einmal hat er gemerkt, "okay hier wird's tiefer, ich hab' Bock mal zu starten".» Das stimme ihn hoffnungsvoller als er es zu Beginn gewesen sei, sagte Lehmann. «Weil er hat tatsächlich wirklich Bock, und die Motivation ist da.» Ob Wal, Hund oder Pferd - man merke, wenn sich das Tier bewege oder es versuche.

«Ich hab' ihn gedrückt in die richtige Richtung.» Das sei auch bei einem 15 bis 20 Tonnen schweren Tier möglich. «Der reagiert ja auf Druck.» Trotzdem hält Lehmann einen Erfolg des Befreiungsversuchs nach eigener Aussage für unwahrscheinlich. «Aber wir geben alle unser Bestes.»

© dpa-infocom, dpa:260326-930-871821/1

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