NÜRTINGEN. Bei der Mitgliederversammlung fiel die Bilanz des Ambulanten Hospizdienstes Nürtingen insgesamt sehr positiv aus. Einiges hat sich verändert bei der Arbeitsgemeinschaft (AG) Hospiz in Nürtingen. Zuerst zog die AG von ihrem ehemaligen Domizil im Gebäude der Diakoniestation in der Hechinger Straße um ins Stephanushaus im Roßdorf. Nun folgen personelle Wechsel an der Spitze des ambulanten Hospizdienstes. Kirchenrätin i.R. Bärbel Hartmann gibt nach sechs Jahren als Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft ihr Amt ab. Designierte Nachfolgerin ist ihre bisherige Stellvertreterin Gudrun Leible.
Ein letztes Mal begrüßte Hartmann die Gäste zur jährlichen Mitgliederversammlung. Sie ließ noch einmal die Entwicklungen der letzten Jahre unter ihrer Ägide Revue passieren. Da gab es beispielsweise einige personelle Wechsel bei der hauptamtlichen Einsatzleitung der AG. „Ich bin sehr froh, dass wir mit Heidi Ellinghaus und Claudia Scheifele ein so gutes Leitungsteam haben“, betonte die scheidende Vorsitzende. Auch bei der personellen Aufstellung der aktiven Ehrenamtlichen sieht es gut aus: 54 Kräfte sind derzeit einsatzbereit.
Das Thema der Öffentlichkeitsarbeit, das die AG seit geraumer Zeit beschäftigt, sei ebenfalls auf einem guten Weg, freute sich Hartmann. Da nur die Sterbebegleitung von den Krankenkassen finanziert wird, nicht aber die Trauerbegleitung, ist die Arbeitsgemeinschaft insbesondere in diesem Bereich auf Spenden und Unterstützung angewiesen.
In dieser Hinsicht konnte Geschäftsführerin Bianca Przybilla ebenfalls Positives vermelden. Der von ihr vorgelegte Rechnungsabschluss fürs vergangene Jahr verzeichnete statt des erwarteten Minus sogar ein Plus von gut 13.000 Euro. Das gute Ergebnis führt Przybilla auf höhere Krankenkassenzuschüsse als erwartet sowie erfreulich hohe Erträge aus Spenden und Opfer zurück.
Insgesamt, so ihre Bilanz, waren die Ehrenamtlichen der AG über 1700 Stunden für den Hospizdienst im Einsatz, das sind rund sechshundert mehr als im Jahr davor. Auch die Stunden in der Trauerarbeit haben sich mit 425 fast verdoppelt.
Auch sie sieht die Arbeit und die Entwicklung der AG Hospiz auf einem sehr guten Weg. Etwas, das die beiden hauptamtlichen Einsatzleiterinnen Ellinghaus und Scheifele bestätigten. Fast vierzig Sterbebegleitungen sind es bereits im laufenden Jahr, 19 davon bereits abgeschlossen. „Es ist ein Novum, dass wir so viele parallele Begleitungen haben“, erklärte Ellinghaus. Für den Bereich der Trauerbegleitung berichtete Scheifele ebenfalls von großem und regelmäßigem Interesse an den Angeboten der AG.
Mit Gudrun Leible wird nun eine sehr erfahrene Vorsitzende an die Spitze rücken. Seit 2017 ist sie bereits als Vertreterin der katholischen Kirche Nürtingen im Vorstand der AG Hospiz. Ihr neuer Stellvertreter wird der Vertreter der Evangelisch-Methodistischen Kirchengemeinde Nürtingen, Pastor Jürgen Hofmann. Auch im sonstigen Vorstand stehen einige Wechsel an.