NT-REUDERN. Die Ortsgruppe Nürtingen und Reudern des Schwäbischen Albvereins wanderte kürzlich auf der Bassgeige bei Erkenbrechtsweiler. Die Wanderführerin Gudrun Horn informierte über die Sedimententstehung unter Wasser, unterschiedliche Einspülungen von Mineralien und Vulkanismus. All dies geschah vor Millionen von Jahren, als hier tropisches Klima herrschte. Eine Verringerung des CO₂-Gehalts in der Atmosphäre durch Bildung von Kalk bewirkte hohe Kalksedimente aber auch ein kühleres Klima. Der Vulkanismus verhalf den wasserlöslichen Schichten zu Stellen mit schlechter Wasserdurchlässigkeit. Zudem hob sich die Gesteinsformation durch Druck der afrikanischen Platte auf die eurasische Platte, bildete die Alpen und auch die Schwäbische Alb, deren Schichtstufen sich langsam aus dem Wasser emporhoben.
Fortan bestimmten Regen, Wind, Flüsse und Verwehungen die Gestalt der Oberfläche der heutigen Alb. Weichere Gesteine wurden abgetragen, härtere, wie Schwammriffe und Vulkankegel, blieben stehen und schützten die dahinter liegenden Gesteinsschichten. So entstand die heutige zerklüftete Form der Schwäbischen Alb, insbesondere der Bassgeige. Als Überreste blieben die Hülen erhalten, Wasserreservoire im sonst wasserdurchlässigen Kalkstein.
Viele tausend Jahre später wurde das Gebiet für die Menschen interessant, sie suchten nach Jurahornstein (Steinzeit), nach Bohnerzen (Hallstattzeit) und nach geeigneter Umgebung zum Siedeln, guten Böden, Wasserstellen und Schutz vor Angreifern (Latènezeit). Der Burrenhof mit seinen Grabhügeln liefert einen Beweis zur Siedlung in der Bronze- und frühen Eisenzeit (Kelten), das Oppidum aus der Latènezeit (ebenfalls Kelten) zeigt, dass hier viele Menschen leben konnten, die Handwerk und Handel betrieben. Aber nach einigen Jahren wurde das gut geschützte Oppidum aufgegeben. Vermutungen weisen auf Nahrungs- und Wasserknappheit hin.
Wanderführer Wolfgang Dietz-Gabriel nahm die Gruppe dann in die Mittelalterzeit mit. Die Gräben aus dieser Zeit liegen dicht beieinander, doch sind sie aus anderen Materialien gebaut, wie Tuffstein, der im Tal abgebaut wurde. Der Name des Gebietes „Burghörnle“ weist auf kleine Burgen hin, doch fehlen heute die Funde dafür. Verantwortlich dafür könnten die vielen Privatsammler sein, die vieles mitgehen ließen und viel zerstört haben.
Vom Beurener Fels führte uns der Weg über wunderschöne Waldwege am Albtrauf entlang zum Bruckerfels mit schöner Aussicht ins Lenninger Tal. Von dort ging es zurück über das Tor G des keltischen Oppidums zum Parkplatz. Dank an all die netten teilnehmenden Wanderinnen und Jürgen Gittel, der auch das eine und andere zur Information beisteuerte. Welch reiches Wissen lässt sich doch im Lauf der Zeit durch Forschung in unserem Teil von Baden-Württemberg vermitteln.