Linsenhofen

Viele Stimmen werden zu einer

Cantale-der Chor im Erich Scherer Zentrum Foto: Jörg Winkler

FRICKENHAUSEN-LINSENHOFEN. Es gibt Konzertabende, die man mit einem guten Gefühl verlässt. Und dann gibt es solche wie diesen – bei denen man das Gefühl hat, wirklich Teil von etwas gewesen zu sein. Cantale der Chor lud kürzlich zum Konzert „Best of Us 2.0" ein und löste dieses Versprechen auf beeindruckende Weise ein.
Mit dem Eröffnungsstück „Best of Us" – gestaltet mit einer Soloeinlage von Kurt Blank – setzten die Sängerinnen und Sänger von Cantale gleich zu Beginn das Thema des Abends: gemeinsam wachsen, sich gegenseitig tragen und stützen. Was zunächst noch wie ein programmatischer Gedanke klang, sollte sich im Laufe des Abends als echtes, lebendiges Erlebnis entfalten. Durch den Abend führte Christine Fijala mit treffenden und wertschätzenden Worten.
Chorleiter Albrecht Meincke hatte mit Gespür und Leidenschaft ein Programm zusammengestellt, das geschickt zwischen berührenden und mitreißenden Momenten wechselte. Mal legte sich eine fast meditative Stille über den Saal – wie beim zarten „All My Love“ oder Grönemeyers „Flieg“ –, dann wieder heizte der Chor dem Publikum kräftig ein, etwa bei Zartmanns „Tau mich auf“. Besondere Akzente setzten die Soli: Samantha Fijala wagte sich an den eindringlichen Kate-Bush-Klassiker „Running Up That Hill", und Franziska Oehl gestaltete mit „Heart of Stone“ aus dem Musical SIX einen Moment stiller, tief empfundener Stärke.
Eine tragende Rolle spielte die Cantale Band an diesem Abend: Besonders bei den Intros zu „Running Up That Hill“ und „Dance The Night“ entfachte die Band eine Energie und Vorfreude, die sich sofort auf den Saal übertrug – grandiose Momente, die zeigten, wie sehr Live-Musik im Zusammenspiel von Band und Chor etwas ganz Eigenes erzeugen kann.
Den herzerwärmenden Höhepunkt des Abends bildeten die Cantale Kids, der Kinderchor unter der einfühlsamen Leitung von Dorrit Meincke. Mit „Blühe auf“ und „Kann mich irgendjemand hören?“ bewiesen die jungen Sängerinnen und Sänger nicht nur Mut auf der Bühne – sie berührten das Publikum mit einer Unmittelbarkeit, die man nicht inszenieren kann, und glänzten dabei auch mit bemerkenswerten Soli im zweiten Stück.
Auch visuell gab es einiges zu erleben: Die Tanzgruppen Hip Skip Crew und Style Busters vom TSV Linsenhofen begleiteten „Sapphire“ und das Finale mit mitreißenden Choreografien. „Sapphire“ – war eine musikalische Begegnung von Pop und Punjabi-Einflüssen.
Ebenso begeisterte Cantale mit „Believer“ von den Imagine Dragons: rhythmisch einwandfrei und mit spürbarer Überzeugung präsentiert, riss das Stück das Publikum mit.
Doch das eigentliche Herzstück des Konzerts war das Finale. Bei „We Are the World“ kamen alle zusammen: Cantale, die Cantale Kids, die Tanzgruppen – und das Publikum. Mit leuchtenden Handys verwandelte sich die Halle in ein Meer aus kleinen Lichtern, und aus vielen einzelnen Stimmen wurde für einige Minuten wirklich eine gemeinsame.

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