NÜRTINGEN. Mit dem schwarzen Zylinder und der roten Brille erweckt Benita Bonk Aufmerksamkeit. Selbst vorbeieilende Passanten werfen einen neugierigen Blick ins Sprechzimmer. Im Kulturcafé am Obertor ist jeder Platz besetzt. Weil die Tickets für das „Mörderische Kaffeekränzchen“ im Rahmen der Nürtinger Krimizeit schnell vergriffen waren, gab Benita Bonk eine Zusatzvorstellung. Und wieder war der Andrang groß.
Kurzweilig war das „Kaffeekränzchen“ und überaus amüsant. Zu den mörderischen Geschichten aus der Feder der Nürtinger Autorin servierte das Sprechzimmer-Team die dazu passenden Küchlein von der Konditorei Schümli. Ist im Blaubeerkuchen wirklich kein Gift oder ist die Kirsche in der Schwarzwälder Kirschtorte vielleicht doch präpariert?
Niemand musste sich sorgen, dass er nach dem Genuss des Kuchens binnen weniger Minuten vom Stuhl fallen könnte. Das Sprechzimmer-Team um Pit Aurenz und Barbara Andreas opferte sich als Testesser. Die Vorkoster gab es früher auch bei Hofe, erzählte Benita Bonk.
Die Wahl-Nürtingerin, gelernte Goldschmiedin und Damenschneiderin mit Meistertitel und Diplom, schreibt gerne Kurzgeschichten. Am liebsten mit kriminellem Hintergrund. Sie ist aber auch eine ganz hervorragende Zeichnerin. Die Cover für ihre Büchlein mit Kurzgeschichten entwirft sie selbst. Ihr künstlerisches Talent stellte Benita Bonk bereits bei einer Ausstellung im Sprechzimmer vor zwei Jahren unter Beweis.
Mindestens genauso viel Aufmerksamkeit bekam Benita Bonk jetzt mit ihren mörderischen Geschichten. Wie kann man sich unliebsamer Personen entledigen? Benita Bonks Fantasie ist grenzenlos. Mit Humor und Hintersinn sorgt sie für Spannung und erntet auch herzhafte Lacher. Als Schauspielerin – sie stand schon im Zimmertheater im Heusteigviertel in Stuttgart auf der Bühne – hat sie Freude am szenischen Spiel. Ihre Mimik und Gestik ist der Sahnetupfer auf den mörderischen Geschichten.
Nach so vielen süßen Kuchenvariationen folgte zum Abschluss noch der Kurzkrimi „Häberle Spezial“. Leicht makaber und schaurig ist die Geschichte vom Wurstküchenmuseum. Dazu inspiriert wurde sie bei einem Besuch im Fleischermuseum in Böblingen. „Das schiefe Haus, die ehemalige Vogtei, gibt es wirklich“, merkt sie an. Die Minisalami „Häberle Spezial“, von Benita Bonk persönlich aufgespießt, prüften die Besucher ganz genau, bevor sie verspeist wird. Ein heiteres und unterhaltsames Kaffeekränzchen – mit kriminell vielen Kalorien.