Oberboihingen

„Pop meets Classic“ in Oberboihingen

Großes Finale mit Jacques Offenbachs „Can-Can“ Foto: Mika Geissler

OBERBOIHINGEN. Wer beim Namen „Coldplay“ an ausverkaufte Stadien denkt, rieb sich in der Oberboihinger Gemeindehalle verwundert die Augen. Die Gemeindehalle war gut besucht, die Dekoration spiegelte das Motto des Abends wider: „Pop meets Classic“. Auf den Tischen mischten sich kleine Violinen und Trompeten mit klassischen Notenblättern, während daneben Schallplatten und stilisierte Notenschlüssel für modernes Flair sorgten – ein Vorgeschmack auf das musikalische Programm.

Auch kulinarisch trafen Welten aufeinander: Neben schwäbischen Klassikern wurde unter anderem Freddy Mercurys Lieblings-Linsensuppe serviert. Sven Grundler, Vorsitzender des Musikvereins, begrüßte die Gäste, darunter Vertreter örtlicher Vereine sowie Bürgermeister Ulrich Spangenberg, zu einem abwechslungsreichen Konzertabend.

Den Auftakt gestaltete das Jugendorchester unter der Leitung von Melissa Wagner. Mit viel Spielfreude präsentierten die jungen Musikerinnen und Musiker, was sie seit ihrem Probenwochenende in Bad Urach erarbeitet hatten. Charmant moderiert von „Mozart“ (Lorena Anderson) und einer jungen Musikerin aus der Gegenwart (Sarah Stöckle) trafen die beiden auf Weggefährten ihrer Zeit.

Dabei bot das junge Orchester eine glänzende Mischung aus Klassik und Pop: So erklangen unter anderem der „Festal March“ aus Händels Oper „Rinaldo“, Rossinis Ouvertüre zu „Wilhelm Tell“ und Auszüge aus Tschaikowskys „Nussknacker-Suite“. Dazu kamen moderne Klassiker wie „My Heart Will Go On“, Abbas „Dancing Queen“ und „Meet the Flintstones“. Das Publikum zeigte sich begeistert und forderte mit großem Applaus eine Zugabe. Mit Edward Elgars „Pomp and Circumstance“ verabschiedete sich das Jugendorchester von der Bühne.

Im zweiten Teil öffneten Musikprofessor Zarathustra (Timo Hertl) und sein gelehriger Schüler Max (Max Büttner) die Türen ihrer fiktiven Musikschule. Das Stammorchester unter der Leitung von Marco Mayer nahm das Publikum mit auf eine musikalische Reise, die die Grenzen zwischen E- und U-Musik spielerisch auflöste.

Nach dem kraftvollen Auftakt mit Richard Strauss’ „Also sprach Zarathustra“ und der Ouvertüre aus Verdis „Nabucco“ folgte mit „Let’s go classic“ ein humorvolles Medley klassischer Melodien im modernen Gewand. Französisches Flair brachte das Potpourri „Vive la France“ mit Chansons wie „Non, je ne regrette rien“ und „Les Champs-Élysées“, bevor bei „Frank Sinatra Classics“ Evergreens wie „New York, New York“, „Fly me to the moon“ und „My way“ erklangen.

Ein emotionaler Höhepunkt war „Coldplay in Symphony“ mit „Viva La Vida“ und „A Sky Full of Stars“, das Stadionatmosphäre in die Gemeindehalle zauberte. Zum großen Finale verschmolzen die Genres endgültig: John Miles’ „Music“ und Queens „Bohemian Rhapsody“ sorgten für einen dramatischen Höhepunkt. Erst nach Offenbachs schwungvollem „Can-Can“, begleitet von glitzerndem Konfettiregen und rhythmischem Klatschen der Zuhörer, verabschiedete ein begeistertes Publikum die Musiker in den verdienten Feierabend.

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