NÜRTINGEN. Ein rundum gelungener Tagesausflug führte kürzlich zahlreiche Teilnehmende von Nürtingen in die elsässische Metropole Straßburg. Bereits um 7 Uhr startete die Gruppe am Busbahnhof in Nürtingen. Nach einer entspannten Anreise und einem kleinen, französischen Frühstück erreichte die Reisegruppe am Vormittag ihr Ziel.
Ein erster Höhepunkt war die Führung durch das Europäische Parlament. Die Teilnehmenden erhielten spannende Einblicke in die Arbeit der europäischen Institutionen und konnten die Bedeutung Straßburgs als politisches Zentrum Europas hautnah erleben.
Im Anschluss blieb Zeit zur freien Verfügung in der Straßburger Innenstadt, die viele für individuelle Erkundungen, Einkäufe oder einen Cafébesuch nutzten. Am Nachmittag versammelte sich die Gruppe am Münsterplatz zur Stadtführung rund um das beeindruckende Straßburger Münster, das als Wahrzeichen der Stadt gilt. Besonders eindrucksvoll war die Auseinandersetzung mit der Geschichte der berühmten Glasfenster des Straßburger Münsters. Diese kunstvollen Fenster, von denen einige bis ins Mittelalter zurückreichen, gehören zu den bedeutendsten Glasmalereien Europas.
Während des Zweiten Weltkriegs waren sie jedoch großen Gefahren ausgesetzt. Um sie vor Zerstörung durch Bombenangriffe zu bewahren, wurden viele Fenster frühzeitig ausgebaut und an sicheren Orten gelagert. Diese vorausschauende Maßnahme rettete einen Großteil der wertvollen Kunstwerke.
Ein Teil der ausgelagerten Fenster geriet während der deutschen Besatzung in verschiedene Depots. Nach Kriegsende konnten die meisten Stücke wieder aufgefunden und nach Straßburg zurückgebracht werden. In sorgfältiger Restaurationsarbeit wurden sie erneut eingesetzt, sodass sie heute wieder in ihrer beeindruckenden Farbenpracht zu sehen sind.
Die Geschichte dieser Fenster machte während der Führung deutlich, wie wichtig der Schutz von Kulturgütern ist – gerade in Zeiten von Konflikten.