Nürtingen

Klangvolle Saiten-Zeiten in winterlicher Stimmung

Duo Manima (Astghik Matinyan, Violine & Areg Hakobyan, Gitarre) verzaubern das Publikum mit zarten Saitenklängen im Kleinen Saal der K3N. Foto: Musik- und Jugendkunstschule Nürtingen

NÜRTINGEN. Trotz des starken Wintereinbruchs fanden zahlreiche musikbegeisterte Zuhörerinnen und Zuhörer den Weg in die Stadthalle K3N, um das Serenadenkonzert „Saiten-Zeiten“ zu erleben. Das Duo Manima mit Astghik Matinyan (Violine) und Areg Hakobyan (Gitarre) erschuf in der Symbiose dieser Instrumente einen warmen Klangraum, der einen stimmungsvollen Kontrast zur schneebedeckten Außenwelt bildete.
Mit Virtuosität und spürbarer Spielfreude führten Matinyan und Hakobyan das Publikum auch moderierend charmant durch ein Programm, das von technischer Brillanz, intensiver Harmonie und großer Ausdruckskraft geprägt war. Den Auftakt bildete Niccolò Paganinis „Sonata Concertata Op. 61“. Eindrucksvolle Läufe, fein differenzierte Dynamik und präzise Artikulation der kontrastierenden Sätze ließen einen lebendigen musikalischen Dialog zwischen Violine und Gitarre entstehen. Dabei trat die Gitarre weit über die Rolle eines Begleitinstruments hinaus und begegnete der Violine auf Augenhöhe.
Es folgte eine Reise in die Heimat des Duos: Armenien. Mit „ganz einfachen Liedern“, wie Gitarrist Hakobyan es formulierte, brachten sie vier Volkslieder von Komitas Vardapet zu Gehör. Violine und Gitarre verschmolzen dabei zu einer Einheit, fast wie zwei singende Stimmen, und entfalteten eine Klangwelt von berührender Schlichtheit und zarter, inniger Schönheit.
Den Abschluss des Abends bildete Antonio Vivaldis berühmter Zyklus „Die vier Jahreszeiten“ in einer Bearbeitung für Violine und Gitarre. Die reduzierte Besetzung verlieh dem Werk eine außergewöhnliche Transparenz und kammermusikalische Klarheit. Astghik Matinyan rezitierte vor jedem Satz die zugehörigen Sonette und eröffnete dem Publikum so einen zusätzlichen Zugang zu den ausdrucksstarken, musikalischen Bildern.
Im „Frühling“ dominierten die vogelartigen Triller der Violine, im „Sommer“ beeindruckte das atemlose Zusammenspiel im Presto und der „Herbst“ bestach durch tänzerische Leichtigkeit. Besonders eindrucksvoll präsentierte da Duo den „Winter“: Flirrende, klirrende Klänge ließen Frost, Wind und winterliche Atmosphäre im Saal spürbar werden.

Die Verbindung aus virtuoser Klassik und armenischer Volksmusik machte „Saiten-Zeiten“ zu einem intensiven Konzerterlebnis, das das Publikum mit lang anhaltendem Applaus würdigte. Duo Manima verstand es meisterhaft, unterschiedliche Epochen und Stile zu einem stimmigen Ganzen zu verbinden und demonstrierte eindrucksvoll die hohe künstlerische Qualität.

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