Unterensingen

Jubiläumskonzert des Posaunenchors Unterensingen

Der Posaunenchor am Jubiläumskonzert. Vor 100 Jahren wurde an gleicher Stelle das erste Foto vom Posaunenchor Unterensingen aufgenommen. Foto: Irina Korff

UNTERENSINGEN. Mit einem festlichen Konzert hat der Posaunenchor Unterensingen kürzlich sein 100-jähriges Bestehen in der Michaelskirche eindrucksvoll gefeiert. Zahlreiche Besucher waren gekommen, um gemeinsam mit den rund 30 Bläserinnen und Bläsern auf ein Jahrhundert bewegter Geschichte zurückzublicken – und zugleich die Lebendigkeit des Chores in der Gegenwart zu erleben.
Bereits die Begrüßung durch Vorstand Markus Metzger stimmte das Publikum auf den besonderen Anlass ein. Er nahm die Gäste gedanklich mit auf eine Reise zurück zu den Anfängen im Jahr 1926. Mit einem Augenzwinkern erinnerte er daran, wie anders die Welt damals war – ohne Selbstverständlichkeit von Autos, ohne Kühlschränke, ohne WLAN und Smartphones. Gleichzeitig betonte er, dass es eines schon damals gab: Blechblasinstrumente. Die Instrumente hätten sich seitdem kaum verändert, so Metzger, „sie klingen heute nur besser“. Umso mehr habe sich jedoch die Musik selbst weiterentwickelt: von einfachen Chorälen hin zu einer großen stilistischen Vielfalt.
Passend dazu eröffnete der Chor mit dem Stück „Anfang“ den Abend und spannte damit symbolisch den Bogen von der Gründung bis ins Jubiläumsjahr. Es folgte der Choral „Lobe den Herren, den mächtigen König“, der zunächst von jungen Bläserinnen und Bläsern in kleiner Besetzung – ganz in der Tradition der Anfangsjahre – gestaltet wurde.
Im weiteren Verlauf präsentierte der Posaunenchor unter der Leitung von Dirigent Jan-Benjamin Homolka ein abwechslungsreiches Programm, das von klassischen Chorälen über moderne Arrangements bis zu kraftvollem Gospel und Worship Klängen reichte. Besonders eindrucksvoll wirkten die Stücke, die mit persönlichen oder historischen Bezügen verbunden waren – etwa die moderne Bearbeitung von „Kumbaya, my lord“, „Nearer, my God, to Thee“ oder die Fotoshow zu „Nostalgia“, die viele Erinnerungen an die Geschichte des Chores wachrief.
Mit „Viva la Vida“ bewies der Posaunenchor eindrucksvoll seine stilistische Vielfalt und Begeisterungsfähigkeit über die klassische Bläserliteratur hinaus. Mit dem kraftvollen Schlussstück „Baba Yetu“ führte der Chor das Publikum schließlich nach Afrika, bevor zwei Zugaben – „Bella Ciao“ und das gemeinsam gesungene Abendlied „Der Mond ist aufgegangen“ – den festlichen Abend abrundeten.
Neben der Musik erhielt auch der festliche Anlass einen würdigen Rahmen: Bezirksposaunenwart Matthias Mangold überreichte den beiden Posaunenchorleitern Markus und Anne Metzger eine Urkunde zum 100-jährigen Bestehen. Damit wurde das Engagement vieler Generationen im Chor sichtbar gewürdigt. Große Anerkennung erhielt außerdem Fritz Metzger, der für beeindruckende 79 Jahre Bläserdienst geehrt wurde.
Im Anschluss an das Konzert blieb die Kirche noch lange erfüllt von Leben: Bei einem gemütlichen Beisammensein kamen Gäste, ehemalige und aktive Bläserinnen und Bläser sowie Freunde des Chores miteinander ins Gespräch: Es wurden Erinnerungen ausgetauscht und Geschichten aus vergangenen Jahrzehnten erzählt.

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