Esslingen

Hochbetrieb bei der Rettungshundestaffel

Rauf und runter, das ist fast ein Kinderspiel für Rettungshund Jhin. Foto: Sabine Hofmann

ESSLINGEN. Bereits zum vierten Mal lud die BRH Rettungshundestaffel Mittlerer Neckar e. V. zum „Tag des offenen Trainings“ auf ihr Trainingsgelände ein. Zahlreiche Unterstützer nutzten die Gelegenheit, einen Blick hinter die Kulissen der ehrenamtlichen Rettungshundearbeit zu werfen.

„Die sehr zeitintensive Tätigkeit als Rettungshundeführer verlangt unseren Mitgliedern und ihrem persönlichen Umfeld viel ab“, erklärt die erste Vorsitzende Daniela Lekies. „An diesem Tag können wir allen, die uns unterstützen, unsere Arbeit zeigen und gemeinsam einen schönen Tag verbringen.“

Auf dem Trainingsgelände erwartet die Besucher ein Rundgang. Gerätetraining, Trümmer- und Flächensuche, Mantrailing – an jeder Station erläutern die Ausbilderinnen die Trainingsmethoden. Ein Blickfang ist ein Einsatzfahrzeug der Staffel, ein Ford Transit, größtenteils in Eigenleistung ausgebaut. „Das ist im Einsatz unsere Schaltzentrale“, erklärt Einsatzleiter Stefan Heinz. „Hier werden Suchgebiete eingeteilt, unsere Rettungshunde-Teams koordiniert und vieles mehr.“

Eindrucksvoll wird es an der Station „Flächensuche“. Lautes Bellen hallt über den Platz, als Malinois-Hündin Lia eine als Waldschrat verkleidete Person aufspürt. „Die Hunde zeigen eine gefundene Person durch langes Bellen an“, erklärt Ausbilderin Stefanie Binder. „Wir üben, dass die Hunde im Ernstfall jede menschliche Witterung erkennen, unabhängig davon, wie die Person aussieht.“

In der anderen Ecke des Trainingsgeländes ist es ruhig. Mit großer Konzentration bewegen sich die Hunde über Leitern, Wippen und wackelige Untergründe. „Auch das gehört dazu“, so Ausbilderin Anna Waldenmaier. „Die Hunde müssen in jeder Situation sicher bleiben. Das üben wir hier unter kontrollierten Bedingungen.“

Wie all diese Fähigkeiten im Einsatz zusammenspielen, demonstrieren die Teams dann auf dem „Trümmerkegel“, hier wird eine Schadenslage nach einem Erdbeben oder einer Explosion nachgestellt. Die Rettungshunde balancieren über wacklige Steine und schlüpfen durch enge Löcher, bis dann lautes Bellen ertönt. „Person gefunden“, melden dann die Hundeführer, ein realistisches Szenario, das die Zuschauer sichtbar beeindruckt.

Auch ein Mantrailing-Team zeigt sein Können: „Ein Kind wird vermisst“, lautet die Aufgabe für Bloodhound-Hündin Trudi und ihre Hundeführerin Katja Schreiner. Trudi nimmt die Spur auf und findet wenig später zielsicher das „vermisste“ Mädchen. „Unsere Hunde müssen lernen, in belebter Umgebung alles auszublenden“, erklärt Mantrailer-Backup Christian Petric.

Bei Kaffee, Kuchen und vielen Gesprächen zieht die Vorsitzende am Ende des Tages ein positives Fazit: „Was für ein schöner Tag! Ohne unsere Unterstützer könnten wir unsere ehrenamtliche Arbeit nicht leisten. Wir finanzieren uns zu 100 Prozent aus Spenden. Heute können wir ein Stück davon zurückgeben.“

Weitere Infos unter: www.brh-Schlierbach.info

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