Unterensingen

Feuerwehrverband zeichnet Bürgermeister von Unterensingen aus

Sieghart Friz wird bei der Hauptversammlung zum Ehrenmitglied der Unterensinger Feuerwehr ernannt und bekommt die deutsche Feuerwehr-Ehrenmedaille

Alfred Bidlingmaier, stellvertretender Vorsitzender des Kreisfeuerwehrverbandes, überreicht Bürgermeister Sieghart Friz (links) die deutsche Feuerwehr-Ehrenmedaille. Foto: Barbara Gosson

UNTERENSINGEN. Bei seiner letzten Hauptversammlung als Bürgermeister wurde Sieghart Friz eine besondere Ehre zuteil, die ihn dazu bringen könnte, künftig regelmäßig in einer anderen Funktion bei der Feuerwehr vorbeizuschauen.

In seinen 32 Jahren als Bürgermeister hat Sieghart Friz einiges für die Wehr getan. Besonders hervorgehoben wurde in der Ansprache von Kommandant Jens Entzminger, dass in Friz’ Amtszeit fünf Fahrzeuge angeschafft wurden. Erst im Juli wurde ein neues Mittleres Löschfahrzeug (MLF) in Dienst gestellt. Zudem wurde 2001 das neue Feuerwehrhaus an der Kelterstraße gebaut, als klar wurde, dass eine Erweiterung der alten Feuerwache an der Schulstraße nicht möglich ist. Für diese Verdienste wurde Friz zum Ehrenmitglied der Unterensinger Feuerwehr ernannt.

Als Vertreter des Kreisfeuerwehrverbandes war dessen stellvertretender Vorstand Alfred Bidlingmaier bei der Versammlung. Er sprach darüber, welche Herausforderungen künftig auf die Feuerwehren zukommen. „Der Kreis Esslingen wird eine militärische Verkehrsdrehscheibe zwischen West und Ost.“ Alleine deshalb müssten die Bürger ihre Vollkasko-Mentalität ablegen und einige Probleme künftig selbst lösen.

Für Sieghart Friz hatte Bidlingmaier eine ganz besondere Überraschung mitgebracht: Die Deutsche Feuerwehr-Ehrenmedaille, die der Dachverband der Feuerwehren hochverdienten Personen, die keine aktiven Feuerwehrleute sind, für ihren überdurchschnittlichen Einsatz verleiht. Friz war sehr überrascht und gerührt von dieser ungewöhnlichen Auszeichnung. „Das ist etwas ganz Besonderes. Ich habe es gern gemacht, es war mir Beruf und Berufung.“

Kommandant Jens Entzminger bilanzierte das Jahr 2025. Zum 31. Dezember hatte die Unterensinger Feuerwehr 65 Mitglieder. In der Einsatzabteilung sind 38 Aktive, die Jugendfeuerwehr zählt 13 Jugendliche und die Altersabteilung hat zehn Mitglieder im Alter zwischen 60 und 95 Jahren. Der Spielmannszug besteht aus vier Personen, die eine Kooperation mit den Spielmannszügen aus Walddorfhäslach und Metzingen eingegangen sind, um einen guten Auftritt hinlegen zu können, wie sie bei der Hauptversammlung unter Beweis stellten.

Die Unterensinger Feuerwehr hatte im vergangenen Jahr 37 Alarmierungen, darunter den Großbrand in der Oberen Gasse im September. Die größte Schwierigkeit daran war das Ablöschen der Holzweichfaser-Dämmplatten. Diese wurden abgebrochen und in Containern auf dem Hof der Feuerwehr gelagert. Als sie nach 48 Stunden immer noch nicht gelöscht werden konnten, wurden sie auf dem Skaterpark ausgebreitet und konnten drei Tage nach dem Brand endlich gelöscht werden. Dazu kamen 14 Klein- und Mittelbrände, vier Fehlalarme, 15 Technische Hilfeleistungen verschiedenster Art und zweimal leistete die Wehr Überlandhilfe. 45 Übungen verschiedenster Art fanden statt, die Feuerwehrleute besuchten 58 Seminare und Ausbildungen.

Lukas Holder wurde per Handschlag in die aktive Feuerwehr aufgenommen. Eva Filipovic wurde zur Feuerwehrfrau befördert und Dirk Eisinger zum Hauptfeuerwehrmann. Geehrt wurden Nick Eschen für 15 Jahre, Michaela Lehner für 20 Jahre, Alexander Bunz für 30 Jahre als Stabführer mit der Dirigentennadel in Gold mit Diamant, Jürgen Brenner für 40 Jahre (Gold) und Jürgen Frieß für 50 Jahre mit dem Ehrenzeichen Gold in besonderer Ausführung.

Im Feuerwehrhaus waren nicht nur die Feuerwehrleute aus Unterensingen und Gäste von benachbarten Wehren zusammengekommen, sondern auch Vertreter von Polizei, DRK, Gemeinderäte und Mitglieder der Verwaltung. Das nächste große Ereignis bei der Unterensinger Feuerwehr ist das 200-jährige Bestehen im Jahr 2030. Dafür soll ein Festausschuss gebildet werden.

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