NÜRTINGEN. Kürzlich haben Schüler des Wirtschaftsgymnasiums an der Albert-Schäffle-Schule am neuen „Hoffnungsort“ feierlich das neue Jahr begrüßt. Nicht nur die bevorstehenden Abiturprüfungen, auch zahlreiche andere Themen beschäftigen die Jugendlichen, bereiten Sorge oder lassen zuversichtlich in die Zukunft schauen.
Der neue „Hoffnungsort“ entsteht aktuell um einen vor drei Jahren gepflanzten „Korbinian-Aigner-Apfelbaum“, welchen die Landeskirche stiftete vor dem Hintergrund des Martin Luther zugeschriebenen Satzes: „Wenn ich wüsste, dass morgen die Welt unterginge, würde ich heute noch ein Apfelbäumchen pflanzen.“ Dabei hatten sich die Schüler mit dem kulturübergreifenden Symbol des Lebensbaumes sowie dem Namensgeber Korbinian Aigner beschäftigt. Dieser hatte sich als Pfarrer zur Zeit des Nationalsozialismus regimekritisch geäußert und war hierauf ins Konzentrationslager nach Dachau gekommen, wo er neben der zu leistenden Zwangsarbeit heimlich Apfelbäume züchtete. Aigner überlebte das Konzentrationslager und war noch viele Jahre in seiner Kirchengemeinde sowie als Pomologe aktiv, eine seiner Apfelbaumsorten wurde später nach ihm benannt.
Schon bei der großen Weihnachtsandacht vor den Ferien mit 280 jungen Leuten sprach Schulseelsorger Bodo Klehr die Einladung aus: „Wenn mal eine Klassenarbeit daneben ging, es in der Beziehung kriselt, die berufliche Zukunft ungewiss vor einem liegt oder Ihr Euch einfach unterhalten und frische Luft schnappen wollt – dann schaut nach oben: Es ist wichtig, dass die Weite des Himmels offen gehalten wird, dass das Irdische mit all seinen Widrigkeiten nicht alles ist.“ Und eine Schülerin meinte: „Wie der Baum Wurzeln, Stamm und Äste hat, so braucht auch der Mensch Hoffnung, die ihn nährt, hält und aufrecht gehen lässt. Denn nur mit Hoffnung kann man gedeihen und wie ein Baum Früchte tragen.“ Als sichtbares Zeichen waren in den Klassen „Weihnachtliche Patientengrüße“ geschrieben und an die benachbarte Medius-Klinik übergeben worden.