Nürtingen

Dreimal „Seemannsweihnacht“ am Fuße der Alb

Die Neckar-Knurrhähne in der Zehntscheuer in Nabern. Foto: Sandra Peter

NÜRTINGEN. Die derzeitige Weltlage hat den Chor veranlasst, das Lied „Peace, Frieden, Shalom, Salam“ ins Weihnachtsprogramm aufzunehmen. Dafür gab es einen Sonderapplaus vom Publikum. „Die letzten Meilen bis Weihnacht“ beschreibt die Hoffnung der Seeleute auf eine pünktliche Heimkehr zum Weihnachtsfest.

Dass eine „Weihnacht an der Waterkant“ etwas Besonderes ist, bestätigte auch Joachim Gurowietz im mit feiner Stimme vorgetragenem Wunsch nach einer „Weißen Weihnacht“. Zu einer „Weihnacht auf hoher See“ gehört natürlich auch ein „Tannenbaum auf See“. Passend zu dem letzten Lied erzählte Bernd Habermann die kleine Geschichte vom „hässlichen Weihnachtsbaum“.

Aus allen Liedern klingt immer wieder die Hoffnung heraus, an den Weihnachtstagen zu Hause bei der Familie und bei den Freunden sein zu können. Der Sternenhimmel als Tannenbaum, das war „Weihnacht auf hoher See“. Hört das Lied, das nie verklingt in einer Welt voll Leid: „Denn es ist Weihnachtszeit.“ Auf der Geschichte vom Bischof Nikolaus von Myra basierend erklang das vielleicht bekannteste Weihnachtslied „St. Niklas war ein Seemann“. Mit einem Extra-Beifall bedacht wurde „Sterne der Heiligen Nacht“. Man war einsam auf hoher See, wusste aber „Zu Hause brennt ein Lichterbaum“.

Mit der musikalischen Feststellung „Weihnachten ist wieder da“ ging es in die „Seemannsweihnacht“. Weiter ging es mit einem Kirchenchoral von der Küste Mecklenburgs „Wind und Wellen gat tu kehr“ und dem Klassiker das „Ave Maria der Meere“. Wenn in dem kleinen holländischen Ort Arnemuiden die Glocken erklingen, das ist Weihnacht: „Als de klok van Arnemuiden“ (auf holländisch gesungen). Niemand beneidete die armen Kerle, die als Hafenwache über die Festtage eingeteilt war.

Im „Leise kommt die Nacht“ hieß es zum Schluss: „Tschüß und Auf Wiedersehen“. Das war nicht das Ende, sondern war der musikalische Dank an das Publikum. Wie immer bei den Weihnachtskonzerten der Neckar-Knurrhähne sangen Chor und Publikum gemeinsam „O, Du fröhliche“ und „Stille Nacht, heilige Nacht“. Bevor es zum Abschlusslied kam, bedankte sich Bernd Habermann bei seinem Chor, beim Chorleiter Hermann Kovacic und beim wunderbaren Publikum.

Am Ende des letzten Liedes „Licht aus und Ruh' an Bord“ erklangen vier Glasen mit der Schiffsglocke, dann ein Signal mit der Seemannspfeife und dann der Ruf „Ruh' an Bord – Licht aus!“ Für Sekunden erlosch das Licht im Saal zur Überraschung der Besucher. Den lang anhaltenden Beifall genoss der Nürtinger Shanty-Chor „Die Neckar-Knurrhähne“ sichtbar. Ein Konzert der besonderen Art: seemännische Weihnachtslieder am Rande der Schwäbischen Alb.

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