NEUFFEN. Ein wahres Feuerwerk des Humors erlebten über 300 Besucherinnen und Besucher kürzlich in der Neuffener Stadthalle. Im Rahmen des Jubiläums „130 Jahre TB Neuffen“ sorgten Doris Reichenauer und Bernd Kohlhepp für einen Abend voller Selbstironie, Musik und unzähliger Pointen. Von der ersten Minute an herrschte ausgelassene Stimmung.
Der Vorsitzende Albrecht Klingler eröffnete die Veranstaltung und begrüßte besonders Bürgermeister Bäcker. Sein Dank galt Sponsoren sowie den Organisatoren der TB-Skiabteilung. Sein Warm-up-Witz über die Verteilung der Dialekte durch den lieben Gott erntete die ersten Lacher: Fürs Schwabenland sei kein Dialekt mehr übrig gewesen – Gott entschied „no schwätzet ihr halt wie i“!.
Danach übernahm das Comedy-Duo die Bühne. Doris Reichenauer plauderte locker aus dem Familienleben – insbesondere über ihren pensionierten Gatten Dieter und dessen „Prostata-Stammtisch“. Auch Sohn Kevin, schwäbisch „Käfin“, bekam sein Fett weg: Auf die Frage nach seinem Studium lautet seine entspannte Antwort schlicht „Mama, hauptsach gsond!“. Eine weitere Pointe dreht sich um den einstigen Schulschwarm, der sie beim Arzttermin nicht wiedererkannte und sie fragte: „Welches Fach haben Sie denn unterrichtet?“.
Bernd Kohlhepp alias „Hämmerle“ berichtete ausführlich aus seinem Heimatort Bempflingen – „dem Ort mit der höchsten Nachbarschaftsdichte der Welt“. Mit schwäbischem Wortwitz erklärte er die Bedeutung von „schwäbischem Tantra“: „D’Hand ra!“ Musikalisch persiflierte er gekonnt Elvis und brachte mit umgedichteten Hits wie dem „Uhu“-Heißluftpistolen-Song auf „Don’t Worry, Be Happy“ den Saal zum Mitsingen. Danach ging es in die Pause.
Der zweite Teil gehörte erneut Doris, die von den wechselnden Freundinnen ihres Sohnes „Käfin“ erzählte – etwa von der jungen Dame, die im Winter sicherheitshalber dem Schneeräumfahrzeug folgt und spät erst bemerkt, dass sie auf dem Supermarktparkplatz ihre Kreise zieht.
Ein weiteres Highlight war Kohlhepps Auftritt als „Frau Schwertfeger“. Die schrullige Figur berichtete redselig von ihrem 80-Kilo-Gewichtsverlust im vergangenen Herbst – „seitdem leb’ ich allein“ – und gab skurrile Alltagstipps für Seniorinnen und Senioren. Mit einer rockigen „Vesperbrot“-Version von „I Love Rock ’n’ Roll“ ließ sie die Halle erneut toben.
Zum Abschluss schwelgte Doris in Erinnerungen an die „geilste Jugend ever“ – ohne Handy, Tinder oder Social Media, dafür mit Stehblues und Geknutsche auf dem Tanz ab 23 Uhr. Mit dem lebensbejahenden Lied „Han i et glebt, no leb i halt jetzt“ verabschiedete sie sich. Hämmerle setzte den Schlusspunkt mit seinen „Zombie-Apokalypse-Geschichten“ vom Wasen und dem augenzwinkernden Abschiedssong „Sofazeit“. Danach gingen die Gäste gut gelaunt an die Bar oder nach Hause – die Lachmuskeln hatten ihr Tagespensum erfüllt.