Neckartenzlingen

„American Dream“ – der Klang des Amerika der 1960er-Jahre

Das Musica varia ensemble: Matthias Buck, 1. Violine; Rainer Hill, 2. Violine; Florian Gogl, Bratsche; Martin Fuchs, Violoncello und Günter Fischer am Kontrabass. Foto: Helmuth Kern

NECKARTENZLINGEN. Das Musica varia ensemble beendete die Spielzeit der Kammermusikreihe des Kulturrings Neckartenzlingen mit dem äußerst unterhaltsamen Konzert „American Dream“ im Kleinen Saal der Melchior-Festhalle. Der „Sound of America“ der 1960er-Jahre der amerikanischen Komponisten Leroy Anderson (1908–1975), Sohn schwedischer Eltern und des italienischstämmigen Film- und Fernsehkomponisten Henry Mancini (1924–1994) bezauberte. Optimistische, leicht zugängliche Musik – bearbeitet von William Zinn.

Günter Fischer, Kontrabassist des virtuosen Ensembles, führte humorvoll durch das Programm und animierte das Publikum zum Mitmachen. Obwohl als Familienkonzert angekündigt, waren leider nur 33 Besucher gekommen. Die fünf Musiker der Württembergischen Philharmonie Reutlingen (seit 1988 ein Streichquintett) strahlten unbändige Freude und Spaß in ihrem Musizieren aus.

Matthias Buck (1. Violine), Rainer Hill (2. Violine), Florian Gogl (Bratsche), Martin Fuchs (Violoncello) und Günter Fischer (Kontrabass) begeisterten durch ihr spritziges, beschwingtes und fetziges Musizieren. Ein Mitmachkonzert, in dem das Wesen von Musik erlebbar wurde: Klang, Rhythmus und Melodien weckten Gefühle, Bilder, riefen Stimmungen hervor. Musikantisch spielte das Ensemble, machten das Emotionale von Film- und Fernsehmusik in Henry Mancinis Kompositionen hörbar. So im bekannten Peter-Gunn-Thema des Kriminalkommissars Peter Gunn aus der gleichnamigen Fernsehserie. Im heiteren Boogie-Woogie-Rhythmus des kleinen Elefanten aus dem Spielfilm „Hatari!“ (Gefahr!) (1962). Im jazzigen Pink-Panther-Thema mit den dirty Tunes der Titelfigur des Polizeiinspektors Jacques Clouseau des Films „The Pink Panther“ (1963). Rhythmisch akzentuiert durch das fingerschnippende Publikum.
Mitmachen konnte das Publikum dann auch bei Stücken von Leroy Andersen. Auftakt: „The blue Tango“, ein Stück, das 1952 in die Hitparade kam. Andersen verwendete Alltagsgegenstände in seinen Kompositionen. So im „Sandpaper Ballet“ in dem Besucher auf mit Sandpapier bespannten Reibebrettern zu Perkussionisten wurden. Das Publikum miaute begeistert mit bei der walzertanzenden Katze an den durch Matthias Buck prächtig ausgespielten Miau-Stellen. Pizzicato dann das lustige, beschwingte „Plink, Plank, Plunk“ mit Klatschen des Publikums. Eine alte Schreibmaschine kam in „The Typewriter“ zum Einsatz. Das einzige Kind im Saal übernahm darauf die Solorolle, spielte voller Begeisterung seinen Part. Für den typischen Klingelton hatte der Cellist Martin Fuchs ein Glöckchen zu bedienen. Bei „Syncopated Clock“, verteilte Fischer an fünf willige Zuhörer hölzerne Kochlöffel, sie standen für die vom Komponisten vorgesehenen Holzklötze (Temple Blocks). Ein witziges, humorvolles Stück über den Rhythmus.
Zum Schluss dann das lustige, virtuose „Fiddle-Faddle“: schnelles Tempo mit brillierender 1. Violine. Langanhaltender, begeisterter Applaus. Zugaben. Bei der vierten sangen dann alle begeistert „Oh, Donna Clara“ mit. Und wieder Beifall, Beifall, Beifall.

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