SCHLAITDORF. Vor Kurzem war die Ruhestandsgruppe des Liederkranz Schlaitdorf auf ihrer 316. Wanderung entgegen der sonstigen Touren auf relativ flachem Gelände unterwegs. Es war eine stattliche Gruppe von neun „jungen Männern“ am Start beim Ersberg in Nürtingen. Die meisten kannten diese 341 Meter hohe Erhebung gar nicht. Man konnte die Blicke hinüber zum Säer schweifen lassen. Auf dem Skulpturenpfad der Engel auf dem Ersberg ging der Blick zur Stadtmitte, Richtung Neckarhausen, zur Sternwarte Hößlensbühl in Richtung Steinach und weiter zur allseits bekannten Silhouette des Roßdorfes.
In sieben Engelsgestalten soll der biblische Gehalt dieser Wesen in den Blick gerückt werden. Wesen, die künden, beistehen, die Menschen erschüttern, aufrühren bis auf den Grund, behüten.
Weiter ging es zum Waldfriedhof. Bald erreichte man die Lehr- und Versuchsgärten der HfWU. Unterwegs konnten die Gruppe sehr gepflegte Obstbäume in Augenschein nehmen, aber auch abgestorbene Bäume antreffen. Wie sagte ein Obstbauer, der gerade am Sägen war, „Es isch halt wie mit alte Leit, irgendwann müssen sie mal weichen“. Zu ihrer Überraschung kamen die Wanderer auch noch am Waldkindergarten der Braike vorbei. Zur Freude des Wanderführers traf er dort sein spielendes Enkelkind.
Auf dem weiteren Weg, vorbei an einem Feuchtbiotop, erreichte die Gruppe Leben inklusiv. Der Betrieb ist ein regionaler Träger mit differenzierten Angeboten für Menschen mit Behinderung und ihre Angehörigen in den Bereichen Wohnen, Arbeiten und Freizeitgestaltung.
Nach dem Mittagessen führte ein mit Wanderführer Fritz Bronni befreundeter Werkstattleiter durch die Einrichtung. Es war für alle ein besonderes Erlebnis, zu sehen, was hier von den Menschen in der Einrichtung geleistet wird. Vor allem ist zu erwähnen, wie vielfältig das Spektrum der Arbeiten ist. Bei Leben inklusiv werden viele Menschen mit gewissen Einschränkungen an das Arbeitsleben herangeführt. Sie bilden auch Leute aus, die während der einjährigen Ausbildungsphase immer wieder bei Firmen aktiv mitarbeiten können. Anschließend machten wir uns entlang der Steinach auf den Rückweg. Zum Abschluss besuchten wir noch das Restaurant Fass in Oberboihingen.