Helmut Weber, Aichtal-Neuenhaus. Zum Online-Artikel „Lehrerin getötet: Verdächtiger Schüler bekam Schulverweis“ vom 12. Januar.
Jede Art von Vorstand beziehungsweise Obrigkeit genießt in weiten Bevölkerungskreisen hauptsächlich den Respekt, der von Äußerlichkeiten wie Vermögen oder Macht eingefordert wird.
Eine teilweise entrechtete Lehrerschaft hat dann zusätzlich vornehmlich in nicht-weiterführenden Schulen (aber nicht nur) das anteilige Potenzial von Elternschaften der in diesem Sinn auffälligen Schülern als Gegenüber. Auffällig sind Schüler nicht durch Geburt oder Herkunft, sie sind es durch den negativen Einfluss ihrer Eltern und Umgebung. Solchen Eltern ein ungekürztes Mitspracherecht in den Schulen zu gewähren und damit diesen Schülern den elterlichen (ihren) Einfluss der Familie aufzuzeigen, ist wenig konstruktiv; hilfreich im negativen Sinn ist dann auch noch die Abwertung des weiblichen Lehrpersonals durch Migranten-Jugendliche, was nicht ohne Einfluss auf den Rest im Klassenzimmer bleiben kann.
Im Grunde haben hier die abgewertete Reaktionsfähigkeit der Lehrerschaft und eine im Wesentlichen verfolgungslose Respektlosigkeit von Schülern die Zugabe, die Familien als Verhaltensmuster für Gewalt bereits angelegt haben. Eltern ein heutiges Mitspracherecht in Schulen zu nehmen, hätte sicher rechtliche sowie diskriminierende Aspekte. Sinnvoll wäre aber die Einrichtung einer Schulpolizei, die bei entsprechenden Auffälligkeiten an der Haustür der jeweiligen Familie erscheint und klärt, dass es so nicht geht. Anzunehmen ist, dass die Konsequenzen einer solchen öffentlichen Staatspräsenz nicht wirkungslos bleiben können – übrigens wahrscheinlich auch langfristig für eine Charakter- beziehungsweise „wenigstens“ eine Verhaltensbeeinflussung und damit hilfreich gegen künftige Straffälligkeiten.
Unsere Demokratie hat den Gipfel staatlicher Großzügigkeit beziehungsweise Toleranz überschritten, was im freiheitlichen Bestreben einer Gesellschaft nicht ungewöhnlich ist und den Idealfall der Willensbildung konstruiert, ginge damit nicht Entrechtung und ein schleichender Zerfall der Ordnung einher. Ein Ruf nach mehr Freiheit oder die persönliche Nutzung jeder gegebenen Freiheit und dem nach weniger Staat ist also destruktiv. Es ist eine Bestandsaufnahme unseres Werteverständnisses erforderlich und damit sicher auch die Rekonstruktion oder Aufbereitung verschiedener Artikel unserer bewährten Verfassung: Das vernünftige Maß zwischen Staat und Gesellschaft sollte neu interpretiert werden.
Leserbriefe | 20.03.2026 - 05:00
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