Harald Rutsche, Oberboihingen. Zum Artikel „Wenig Begeisterung für Hotelpläne“ vom 21. Juni. Die Frage ist, ob Nürtingens Bürger dieses Projekt wirklich zulassen wollen oder zulassen müssen!? Einige auch ganz grundsätzliche Fragen schreien hier nach einer Antwort. Wer hat die nach meiner Ansicht doch nahezu schwachsinnige Idee in die Welt gesetzt, an dieser Stelle mit dem wohl unbestritten reizvollsten Postkartenmotiv dieser schönen alten Stadt ein Hotel mit mindestens 91 Zimmern zu errichten?
Zählt in dieser Stadt oder bei den Herrschaften, die hier das Sagen haben, nur der Mammon? Oder sagen nun Investoren, wo es langgeht? Dass in Nürtingen noch ein Hotel fehlt, mag vielleicht stimmen; aber genau hier, wo viele Genießer dieser schönen Stadt und viele Besucher aus dem Umland gern verweilen zum Abschalten und Ruhe tanken, Tierwelt in Bäumen und Wasser beobachten, genau hier ein Hotel für Reisende mit gehobenem Anspruch reindrücken – um Gottes Willen nein, bitte nicht!
Warum Nürtingen „dieses Hotel an diesem Platz braucht“, konnte der Gemeinderat – verständlicherweise – bisher nicht erklären. Das schafft auch keiner, da diese Aussage ein zum Himmel schreiender Unsinn ist.
Investoren sind nach meinem Verständnis sehr oft Leute mit entschieden zu viel Geld zu ihrer Verfügung (ein negativer Nebeneffekt des angestrebten grenzenlosen Wachstums) – und solche, denen leider meist die richtigen Eingebungen abgehen, dieses Geld sinnvoll einzusetzen. Wofür es weiß Gott mehr als genug und intelligentere Möglichkeiten gibt, als nur aus Geld mehr Geld zu machen.
Der Allgemeinheit nützende Erwägungen kommen so zu selten zum Zuge, und doofe Ideen wie oben beschrieben sind die Folgen. Eine Hoffnung bleibt mir noch in dieser Sache: Der Investor ließ verlauten, er müsse nicht in Nürtingen bauen! Aus meiner Sicht war das der beste Satz dieses Artikels.
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