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Volksbank Mittlerer Neckar zur aktuellen Lage: Dollarschwäche hält an
Die Europäische Zentralbank (EZB) dürfte geldpolitisch kaum auf die jüngste Abwertung der US-Währung gegenüber dem Euro reagieren. Tobias Schmidt, Geschäftsführer von Union Investment, analysiert die Dollarschwäche.
Bei ihrer Tagung am 5. Februar 2026 dürfte die Europäische Zentralbank (EZB) die Zinsen unverändert lassen. Die Währungshüter werden aktuell bezüglich der Inflation keinen Handlungsbedarf sehen. Auch die jüngste Aufwertung des Euro gegenüber dem US-Dollar dürfte daran nichts ändern. Für die EZB sollte die Währungsbewegung noch weit von der Schwelle entfernt sein, ab der sie ihre Geldpolitik anpassen und die Zinsen senken würde.
Unsicherheit beim Dollar
Die US-Währung schwächelt bereits seit dem Amtsantritt von US-Präsident Donald Trump. Angesichts der unvorhersehbaren Wirtschafts- und Außenpolitik des Weißen Hauses mehren sich Zweifel an der Verlässlichkeit der Rahmenbedingungen auf dem US-Kapitalmarkt.
Auch die Schuldentragfähigkeit der Vereinigten Staaten steht infrage. Die neuesten Eskapaden, etwa in Bezug auf Grönland, dürften eine Ursache für die jüngste Dollarschwäche sein. Daher wird vielerorts eine größere Unabhängigkeit von den USA angestrebt. „Sichere Häfen“ wie Gold oder der Schweizer Franken, aber auch der Euro als Währungsalternative sind stärker nachgefragt.
Europa könnte profitieren
Dennoch dürfte auch künftig kein Weg am US-Aktienmarkt vorbeiführen, dem größten und wichtigsten Markt der Welt. Deswegen sollte der Verlust des Vertrauens in den US-Dollar kaum schlagartig passieren. Auch US-Aktien dürften nicht aus dem Blick der Anleger verschwinden. Allerdings sollte die Währungsabsicherung ein Thema bleiben – und europäische Anlagen könnten von dem Verlagerungstrend weg aus dem US-Dollar profitieren.
Quelle: Union Investment