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Volksbank Mittlerer Neckar ordnet den neuen Chef der US-Notenbank in Bezug auf die Kapitalmärkte ein

Kevin Warsh wird Nachfolger von Jerome Powell an der Spitze der US-Notenbank Federal Reserve (Fed). Die Experten von Union Investment erläutern, auf welche zwei Entwicklungen sich Anleger einstellen sollten.

Die Nachfolge von Jerome Powell als Chef der US-Notenbank Federal Reserve (Fed) ist in trockenen Tüchern. Mit der Einstellung der Untersuchung des US-Justizministeriums gegen Powell steht der Bestätigung durch den US-Senat und damit dem Amtsantritt von Kevin Warsh an der Spitze der weltweit mächtigsten Notenbank nichts mehr im Wege.

Zinssenkungen unter Vorwand

Unter Kevin Warsh dürfte ein anderer Wind wehen. Der Finanzexperte, der bereits einmal Mitglied des Gouverneursrats der Fed war, hat sich zuletzt regelmäßig für niedrigere Zinsen ausgesprochen. Warsh argumentiert, dass der Einsatz künstlicher Intelligenz (KI) die Produktivität der Wirtschaft und damit ihr Wachstum steigere, gleichzeitig aber auch den Inflationsdruck senke.

Union Investment erwartet, dass er damit die Diskussion im geldpolitisch entscheidenden Offenmarktausschuss so beeinflussen kann, dass der Weg frei werden sollte für Zinssenkungen. Die hauseigenen Analysten rechnen mit zwei Zinssenkungen im zweiten Halbjahr 2026.

Zusätzliche Unterstützung erhält Warsh, weil die inflationären Effekte der Importzölle von US-Präsident Donald Trump im Sommer auslaufen dürften. Das KI-Argument dient nach Ansicht von Union Investment vor allem als ökonomische Rechtfertigung, um Trumps Wunsch nach Zinssenkungen nachzukommen.

Damit würde die US-Notenbank schon im Vorgriff auf bislang nicht nachzuweisende Effekte eine mit Blick auf die wirtschaftlichen Daten nicht gerechtfertigte Lockerung der Geldpolitik umsetzen. Die Unabhängigkeit der US-Geldpolitik erhält damit erste Kratzer.

Die Geldpolitik könnte zum Risikofaktor werden

Anders ausgedrückt: Unter Warsh könnte die Fed ihr Mandat weniger auf der Basis von harten Daten ausüben, sondern vielmehr nach dem Prinzip Hoffnung. Schätzt die US-Notenbank die Lage falsch ein, kann dies im ungünstigen Fall mittel- bis längerfristig dazu führen, dass sich Inflationspotenzial anstaut.

Dieses müsste mit einer restriktiveren Geldpolitik wieder eingehegt werden, die finanzpolitische Folgekosten verursachen würde. Daher dürfte die wahrscheinliche Neuausrichtung der Fed unter Warsh ein zweischneidiges Schwert für die Finanzmärkte werden.

Kurzfristig könnte die lockerere Geldpolitik Risikoanlagen wie Aktien beflügeln, längerfristig könnte aber Katerstimmung aufkommen. Denn Zweifel an der Unabhängigkeit der US-Notenbank und damit verbunden ein Anziehen der Inflationserwartungen könnten zu höheren langfristigen Zinsen führen. Das würde die Finanzierungskosten des Staates und von Unternehmen erhöhen und somit kontraproduktiv wirken.

Lockerung der Bankenregulierung denkbar

Kevin Warsh dürfte als Fed-Vorsitzender noch ein weiteres Thema vorantreiben: Der Bilanzabbau, also das „Quantitative Tightening“, rückt unter ihm vermutlich wieder stärker in den Fokus. Derzeit ist die Überschussliquidität im Bankensystem allerdings weitgehend abgeschöpft. Es wären also zunächst regulatorische Vorbereitungen nötig, um durch einen weiteren Abbau der Fed-Bilanz keine unerwünschten Marktturbulenzen auszulösen.

Warsh dürfte sich dafür einsetzen, dass die Anforderungen zur Eigenkapitalunterlegung bei Finanzinstituten gelockert werden und so neue Überschussreserven entstehen. Die Experten von Union Investment erwarten, dass dies im Laufe des Jahres 2027 passieren wird. Da gleichzeitig die Zinspolitik locker bleibt, sollten in der Kombination dieser beiden Faktoren die Finanzierungskonditionen in den USA weiter unterstützend bleiben.

Union Investment und die Volksbank Mittlerer Neckar eG Union Investment gehört zur genossenschaftlichen FinanzGruppe und zählt zu den führenden Vermögensverwaltern in Deutschland. Als zentraler Verbundpartner der Volksbanken und Raiffeisenbanken bietet Union Investment Fonds- und Vermögenslösungen an, die auch Kundinnen und Kunden der Volksbank Mittlerer Neckar eG im Rahmen ihrer Geldanlage und Vermögensplanung nutzen können. Weitere Details dazu gibt es unter anderem hier.

Quelle: Union Investment

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