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Energiepreise könnten den Konsum belasten – eine Einschätzung der Experten der Volksbank Mittlerer Neckar

Der private Verbrauch in Deutschland hatte sich erst kürzlich zu einer Wachstumsstütze entwickelt. Sollten die Spritpreise längerfristig hoch bleiben, könnte es damit schon wieder vorbei sein, analysiert Michael Herzum von Union Investment.

Der GfK-Konsumklimaindex ist um 3,2 Punkte auf minus 28,0 Punkte zurückgegangen. Die Eintrübung des Verbrauchervertrauens kommt wenig überraschend: Der Krieg im Nahen Osten und die steigenden Preise an den Zapfsäulen haben bei den Verbrauchern für neue Sorgenfalten gesorgt.

Die gestiegenen Tankkosten sind eine Belastung für viele Haushalte, und je länger sie hoch bleiben, desto stärker könnten sie den sonstigen Konsum bremsen.

Privater Konsum zuletzt robust

Auch wenn der Benzinpreis den Verbrauchern in die Suppe spuckt, sind die Rahmenbedingungen stabil. Die Lohnzuwächse lassen die real verfügbaren Einkommen seit einiger Zeit steigen, und der Arbeitsmarkt bleibt trotz einer leichten Abkühlung solide. Daher zeigte sich der private Konsum in Deutschland zuletzt robust.

Ob er eine Stütze für das Wirtschaftswachstum in Deutschland bleibt, hängt wesentlich davon ab, wie schnell die Energiepreise wieder sinken.

Für die Europäische Zentralbank (EZB) sind insbesondere die Preiserwartungen der Verbraucher von Bedeutung. Die GfK-Umfrage zeigt, dass die Konsumenten erstmals seit Monaten wieder mit steigenden Preisen rechnen.

Verfestigt sich dieser Trend, gerät die EZB in ein Dilemma: Einerseits muss sie die Inflationserwartungen im Zaum halten, andererseits darf sie das Wachstum angesichts des Angebotsschocks auf den Energiemärkten nicht durch weitere Zinserhöhungen zusätzlich belasten.

Quelle: Union Investment

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