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Multikulti der Fluchtursachen

23.09.2021 05:30, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Herbert Schölch-Heimgärtner, Neuffen.

Merkwürdige Blüten treibt die von Union und FDP inszenierte Angstkampagne gegen Rot-Grün-Rot. Die FDP scheut sich nicht, mit ihrem Dauerbrenner „Steuersenkungen!“ (früher war man ehrlicher und sprach vom Spitzensteuersatz) ins Rennen zu gehen, sekundiert von Laschet, der „das zarte Pflänzchen Wirtschaftswachstum“ hegen will gegen „Steuererhöhungen von Rot-Rot-Grün“.

Angesichts des Vorschlags einer Steuer für Vermögen über zwei Millionen sprach Thomas Strobl von einem Angriff auf die „Spargroschen“ der Bürger – offenbar hat die Union jedes Maß für die gesellschaftliche Wirklichkeit verloren. Vergessen ist auch, dass der Traum vom Kampf der „bürgerlichen Mitte“ gegen Rot-Rot-Grün in Thüringen ein Erwachen in den Armen der AfD brachte. Zugespitzt hat es Lindner bei „Hart aber fair“: Zu den Vorhaben von Rot und Grün, angesichts der zunehmend ungleichen Verteilung von Einkommen und Eigentum Bestverdienende höher zu besteuern, meinte er: „Sie glauben tatsächlich, dass dann noch Leistungsträger und Mittelständler in Deutschland bleiben?“

Reden wir also über Fluchtursachen. Die einen fliehen wegen bitterer Not, Kriegsgräueln, Verfolgung und Hoffnungslosigkeit – die anderen wegen schamlosen Reichtums. FDP und Union reden diesen Wirtschaftsflüchtlingen das Wort, die vom Staat gerne hofiert und subventioniert werden, sich zu Wortführern machen darüber, wie etwas zu regeln sei, andererseits aber jeglicher Verantwortung entfliehen, sobald ihr Reichtum auch Anteil nehmen soll an Bildung und an der Zukunft des Gemeinwesens, wie es das Grundgesetz Artikel 14 (2) vorsieht. Es geht letztlich nicht etwa um Reichtum, sondern um verantwortungslosen Reichtum. Wenn wir also Fluchtursachen bekämpfen wollen, dann indem wir darauf einwirken, dass die Not in anderen Ländern weniger wird und in unserem Land die Verantwortungslosigkeit. Damit wäre allen geholfen.

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