Grafenberg
Nach Gasleck in Grafenberg: Polizei geht von technischem Defekt aus
Sechs Meter langer Abschnitt der Überlandleitung freigelegt – Gutachter prüft Materialfehler als mögliche Ursache für den Bruch.
GRAFENBERG. Nach dem Gasaustritt am Samstagnachmittag nördlich von Grafenberg verdichten sich die Hinweise auf eine technische Ursache. Wie die Polizei am Sonntag mitteilte, schließt die Kriminalpolizei eine Fremdeinwirkung inzwischen aus. Die Ermittlungen wegen des Verdachts auf Sabotage wurden eingestellt.
Das Leck war gegen 15.20 Uhr im Bereich des Blähwasenwegs, nahe einer Streuobstwiese und unweit des Friedhofs, bemerkt worden. Spaziergänger hatten zunächst einen Knall und unmittelbar danach ein lautes Zischen gehört. Zudem war Gasgeruch wahrnehmbar. In der Folge rückten Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei mit einem Großaufgebot an. Rund 140 Einsatzkräfte und 35 Fahrzeuge waren vor Ort. Das Gebiet wurde weiträumig abgesperrt, 54 Anwohner aus der Friedhofstraße und der Kirchstraße mussten vorsorglich ihre Häuser verlassen und wurden in der Rienzbühlhalle betreut. Verletzt wurde niemand.
Als Ursache stellte sich ein Bruch einer unterirdisch verlaufenden Überlandleitung heraus. Die Leitung wurde auf einer Länge von etwa sechs Metern freigelegt. Ein Gutachter des TÜV ist beauftragt, die Schadstelle eingehend zu untersuchen. Nach derzeitigem Erkenntnisstand geht die Polizei von einem Unfallgeschehen beziehungsweise einem technischen Defekt aus.
Ob Materialermüdung, eine fehlerhafte Schweißnaht oder ein anderer technischer Mangel zum Bruch geführt hat, ist nun Gegenstand der weiteren Untersuchungen. Erst wenn das Gutachten vorliegt, kann die genaue Ursache benannt werden.
Die Betreiberfirma dichtete die beschädigte Leitung noch am Samstag ab, sodass die Evakuierten gegen 18.30 Uhr in ihre Häuser zurückkehren konnten. Eine Versorgungslücke für angeschlossene Haushalte konnte nach Angaben des Gasversorgers durch entsprechende Maßnahmen verhindert werden. Außer an der Gasleitung selbst entstand nach bisherigem Stand kein Sachschaden.