Nürtingen

Kommentar zur Bürgermeisterwahl in Nürtingen: Michael Medla nutzt Heimvorteil

Der SPD-Stadtrat startet mit ordentlich Rückenwind in sein neues Amt. Doch die Aufgaben sind gewaltig, meint Redaktionsleiter Kai Müller.

Michael Medla hat die Bürgermeisterwahl in Nürtingen gewonnen. Foto: Stefan Rosenfeld

NÜRTINGEN. Das Ergebnis der Bürgermeisterwahl in Nürtingen hat in seiner Deutlichkeit überrascht. Bei der öffentlichen Vorstellungsrunde hatten die Bewerber um die Nachfolge von Annette Bürkner beide eine sehr gute Figur abgegeben. Inhaltlich stark, klare Aussagen. Das zeichnete die Reden von Christian Bergmann und Michael Medla aus. Doch die Weichen scheinen zuvor bereits in den einzelnen Fraktionen gestellt worden zu sein. Der Lokalmatador hat das Rennen am Ende klar für sich entschieden. Nicht zum Nachteil hat es ihm gereicht, dass er seinen Job erst im nächsten Jahr antreten kann. Die Mehrheit des Gemeinderats hat diese Kröte geschluckt. Dass er nicht sofort zur Verfügung steht, hat Medla aber auch immer offen kommuniziert.

Der Erfahrenere wäre sicherlich Christian Bergmann gewesen, doch die Stadträte haben lieber einem aus den eigenen Reihen den Vorzug gegeben. Häufig ist man damit auch gut gefahren. Man darf gespannt sein, wie Michael Medla den Sprung auf die Verwaltungsseite in seiner Heimatstadt schafft. Als Amtsleiter des Bischöflichen Jugendamts der Diözese Rottenburg-Stuttgart kennt er das Geschäft bereits. Doch eine Kommune tickt noch mal anders.

Der deutliche Sieg gibt ihm eine gehörige Portion Rückenwind mit. Ein Ruhepolster ist das aber ganz und gar nicht. Dass er für „Nürtingen brennt“, hat Medla in seiner Rede deutlich gemacht. Doch das wird nicht reichen. Denn die Aufgaben, die auf ihn zukommen, sind gewaltig und alles andere als einfach. Viel Zeit zum Einarbeiten wird er im neuen Jahr nicht haben. Ein zentrales Thema wird dabei die Kinderbetreuung sein. Einfache Lösungen gibt es nicht. Hier steht Medla in der Verantwortung, als Bürgermeister das Wohl der Erzieherinnen und den Wunsch der Eltern nach mehr und vor allem einer verlässlichen Betreuung in Einklang zu bringen.

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