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Nürtingen

Meilenstein in beruflicher Schullandschaft

04.05.2018 00:00, Von Uwe Gottwald — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Landrat Heinz Eininger machte mit dem Baggerbiss auf dem Nürtinger Säer den Auftakt zum Neubau der Albert-Schäffle-Schule

„Es ist in den letzten Jahren eine der größten Investitionen in eine berufliche Schule im Kreis Esslingen, damit unterstreichen wir den hohen Stellenwert unseres beruflichen Schulwesens“, betonte Landrat Heinz Eininger gestern Nachmittag beim ersten Baggerbiss für die neue Albert-Schäffle-Schule auf dem Nürtinger Säer. Knapp 28 Millionen Euro wird der Neubau kosten.

Bediente souverän den Bagger: Landrat Heinz Eininger beim Auftakt zum Neubau der Albert-Schäffle-Schule auf dem Nürtinger Säer. Foto: Holzwarth
Bediente souverän den Bagger: Landrat Heinz Eininger beim Auftakt zum Neubau der Albert-Schäffle-Schule auf dem Nürtinger Säer. Foto: Holzwarth

NÜRTINGEN. Die Palette der Schularten reicht von kaufmännischen Berufsschulen über Fachschulen für Bildungsabschlüsse wie mittlere Reife und Hochschulreife bis hin zum Wirtschaftsgymnasium. Der Neubau wurde notwendig, weil das rund 45 Jahre alte Gebäude erhebliche Defizite bei Statik und Brandschutz aufweist. Das machte den Landrat auch nachdenklich: „In manchem wird heute an Anforderungen überzogen“, meinte er mit Blick darauf, dass bei einer Schule dieses Alters das Nachbessern teurer kommt als ein Neubau.

Dieser eröffne andererseits neue Chancen, könne doch auf die stetig steigenden Anforderungen im beruflichen Bildungswesen flexibel reagiert werden. Damit setze man auch Signale an die dualen Partner in der Wirtschaft, sei eine berufliche Bildung auf höchstem Niveau doch auch ein wichtiger Standortfaktor. Jungen Menschen biete man mit der großen Bandbreite an Bildungs- und Ausbildungsmöglichkeiten Chancen zu einem Einstieg ins Berufsleben nach ihren individuellen Fähigkeiten. Mit einem Seitenhieb auf Pläne der Stadt Esslingen, an Gemeinschaftsschulen gymnasiale Oberstufen einzurichten, warb er für das berufliche Schulwesen: „Dieses Vorhaben ist unnötig, im Kreis gibt es genügend Möglichkeiten.“ Rund die Hälfte der Studierenden im Land käme mit Abschlüssen aus beruflichen Schulen. 

Das neue Gebäude entsteht in der Nachbarschaft der beruflichen Fritz-Ruoff-Schule und der Säer-Sporthalle. „Damit verfolgen wir den Campus-Gedanken weiter“, so Eininger, der Synergieeffekte zwischen den Schulen hervorhob. In rund eineinhalb Jahren werden in dem Neubau mit rund 9500 Quadratmetern Bruttogeschossfläche und rund 5000 Quadratmetern Programmfläche 22 Unterrichtsräume, acht Prüfräume, zwei Multifunktionsräume, zwei Räume für Ganztagesklassen sowie EDV-, Physik- und Biologieräume zur Verfügung stehen, die bei Bedarf auch von der Fritz-Ruoff-Schule genutzt werden können. Das alte Gebäude wird abgerissen. Der Neubau, erstellt von der regional verankerten Firma Wolff & Müller zu einem Festpreis von 27,8 Millionen Euro, wird vom Land mit 5,3 Millionen Euro bezuschusst.

Nürtingens Technischer Beigeordneter Andreas Neureuther überbrachte Grüße des erkrankten Oberbürgermeisters Otmar Heirich. Neureuther bezeichnete die Albert-Schäffle-Schule als „unverzichtbaren Bestandteil der Bildungslandschaft Nürtingens“. Die Stadt pflege als Schulträger den Ruf als Schulstadt mit zahlreichen Bildungseinrichtungen. Deshalb sei er sehr erfreut, dass der Kreis mit dem Neubau einen weiteren Meilenstein in dieser Geschichte setze. Am beruflichen Schulwesen hob er hervor, dass es auch Chancen auf dem zweiten Bildungsweg eröffne. Am Neubau pries Neureuther dessen umwelttechnische Innovationen: „Damit wird nahezu CO2-Neutralität erlangt.“ Auch füge sich der Baukörper mit seiner L-Form gut ein und biete zudem einen Lärmschutz zur Nachbarbebauung. Sein Dank galt dem Landrat ebenso wie dem Kreistag für die Entscheidung zum Neubau.

Nach dem Schock folgte die Freude

Schulleiter Thomas Gundelsweiler erinnerte sich an seine Freude über die Aufgabe bei seinem Amtsantritt vor zehn Jahren ebenso wie über den wenig später folgenden Schock nach der Hiobsbotschaft zur Bausubstanz: „Wir hatten eigentlich mit Hilfe des Konjunkturprogramms einen Sanierungsplan erarbeitet, den wir beiseitelegen konnten.“ Umso größer sei die Freude darüber, nun ein neues Schulgebäude zu bekommen, in dem das gesamte Kollegium für eine Ausbildung auf hohem Niveau sorgen könne und wolle. Bei den Überlegungen dazu sei man immer mit im Boot gewesen und habe Verwaltung und Kreistag als ehrlichen und verlässlichen Partner gehabt, bei dem man auch Gehör gefunden habe, zum Beispiel beim Wunsch nach größeren Klassenzimmern.

Nach den Wünschen für eine unfallfreie Bauzeit grub der Landrat die Zähne der Baggerschaufel mit gekonnten Steuerungsbefehlen in die Erde, bevor es zu dem von Schülern und Lehrern vorbereiteten Imbiss in das alte Schulgebäude ging, wo man von den Klängen der Schul-Band empfangen wurde.

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