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Weihnachtsgrüße

Leckerer Advent

24.12.2019 05:30, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Mattea Lamparter schickt ein herzliches „Servus“ aus Österreich

Das Weihnachtsmuseum ist ein besonderer Tipp von Mattea Lamparter, die in Steyr studiert.
Das Weihnachtsmuseum ist ein besonderer Tipp von Mattea Lamparter, die in Steyr studiert.

Schon zum zweiten Mal grüße ich aus Steyr in Oberösterreich. Ich bin jetzt in meinem letzten Theoriesemester des Masterstudiengangs Controlling, Rechnungswesen und Finanzmanagement an der Fachhochschule Oberösterreich am Campus Steyr. Ab Januar werde ich dann für meine Masterarbeit nach Salzburg übersiedeln. Aber was war so los in Steyr? Im Frühjahr habe ich gemeinsam mit Studienkollegen die „Boatmania“, ein Bootsfestival mit über 1000 Besuchern, in Steyr organisiert. Da Steyr am Zusammenfluss von Steyr und Enns liegt, gibt’s hier zwar ab und zu Hochwasseralarm, aber dafür eignet es sich perfekt als Austragungsstätte für Wassersportevents.

Auch haben wir es dieses Jahr dank der Marillenwebcam, die den Blütefortschritt online überwacht, sogar pünktlich zur Marillenblüte in die Wachau geschafft. Das österreichische Pendant zum japanischen Kirschblüten-Hanami kann sich wirklich sehen lassen! Was den Sommer in Steyr besonders versüßt? Das – laut einem Feinschmeckermagazin – beste Eis Österreichs: Buburuza-Eis. Da der Eisladen in der Engen Gasse nur drei Gehminuten über den Museumssteg von der FH entfernt liegt, kann man sich in der Vorlesungspause schnell seine Lieblingssorte, egal ob Topfen-Palatschinke, Herzkirsche-Mostbirne, Punschkrapferl oder Honeymohn, gönnen. Aber auch sonst lässt es sich beim Baden oder Grillen in der Unterhimmler Au an der Steyr wunderbar aushalten. Im Herbst locken die Mostheurigen: An lauen Abenden kann man mit Freunden wunderbar Richtung Damberg spazieren und beim Seppelhub zusammensitzen. Dort gibt’s ganz zünftig hausgemachten Most (Steyr grenzt direkt an das Niederösterreichische Mostviertel) und feine Brettljause mit Bratl, Karreespeck, Gselchtem, Verhackertem, Erdäpfelkas und Topfenkas. Auch wenn der Sommer erlebnisreich, sonnig und himmlisch süß war, bin und bleib ich doch ein Winterkind! Seit dem ersten „Schnee“ (so meinten zumindest unsere mexikanischen Austauschstudentinnen, nach unserem Empfinden eher gatschiger Graupel) am 10. November bin ich schon voller Vorfreude auf Skitouren, Punsch, Kerzenschein und Weihnachtsstimmung. Die festliche Saison startet eigentlich schon im November: Zum Martinstag am 11. November kommt man traditionell zum Ganslessen (knusprig gebacken und klassisch mit Rotkraut und Knedl verzehrt) zusammen, beim Martinimarkt in Gleink haben wir uns durch Nusskipferl, Maroni, aber auch afghanische, irakische und syrische Schmarkerl geschlemmt, die von Geflüchteten gebacken, gekocht und frittiert wurden. Jetzt freu ich mich aber wieder auf die Christkindlmärkte: egal ob der romantische an der Promenade, bei dem lokale Vereine Selbstgebasteltes und -gebackenes wie die Steyrer Beichtpofesen anbieten, der historische rund um den Leopoldibrunnen am Stadtplatz, bei dem es den besten Glühmost gibt, oder der multikulturelle an der FH, bei dem man Studiengänge bei ihren Business-Trips durch den Kauf von Weihnachtskeksen unterstützen kann. Nicht nur in der FH, sondern auch beim allseits geschätzten Spritzerstandl vor der FH ist man für die Wintersaison gerüstet: Wo’s im Sommer Spritzer (Weißweinschorle sauer) oder Alm- beziehungsweise Hollermost (Most mit Almdudler oder Holundersirup) gibt, lockt im Winter der Duft nach Glühmost und Punsch. Die Steyrer Beichtpofesen haben ihren Namen, weil es die Süßspeise traditionell immer als Aufmunterung nach der Beichte gab. Zum Verkosten: Zwischen zwei alte Weißbrotscheiben wird Zwetschgenmarmelade geschmiert, das Ganze wird dann in einen Teig aus Most, Ei und Zimt getunkt, in Butterschmalz ausgebacken und mit Staubzucker bestreut. Ganz einfach und einfach himmlisch!

Besonders stimmungsvoll wird es bei der Steyrer Schmiedeweihnacht, wo am 6. Dezember „angeschmiedet“ wird. Über 30 Schmiede aus der Region lassen am Stadtplatz die Funken sprühen und demonstrieren ihr für die Region rund um die Eisenstadt Steyr so typisches Handwerk.

Jedoch mein persönlicher Höhepunkt bisher: Das Steyrer Weihnachtsmuseum mit Erlebnisbahn – auf dieser „Kinderattraktion“ hatten wir, eine Gruppe Mittzwanziger, die größte Gaudi! Auch die über 14 000 Stück zählende Christbaumschmucksammlung des Museums ist sehenswert.

Ich drück uns allen die Daumen für weiße Weihnachten und wünsche gesegnete Feiertage und einen guten Rutsch ins neue Jahr!

Mattea Lamparter

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