Weihnachtsgrüße

In den USA gibt es Traditionen aus aller Herren Ländern

24.12.2019 05:30, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Heike und Max Golter mit ihren Söhnen Christopher und Benjamin freuen sich auf gemeinsame Tage miteinander und mit der Familie

Familie Golter: Heike (zweite von links) und Max Golter (rechts) mit ihren Söhnen Christopher (links) und Benjamin.
Familie Golter: Heike (zweite von links) und Max Golter (rechts) mit ihren Söhnen Christopher (links) und Benjamin.

25 Jahre wohnen wir in Rockton, Illinois, in der Nähe von Chicago und haben schon viele Weihnachten hier verbracht. Unsere Familie hat immer ein bisschen auf deutsche und auch amerikanische Art gefeiert. Vergleichen kann man die beiden Länder – wie es leider so oft gemacht wird – allerdings nicht. Ist es besser oder schlechter? Nein, es ist einfach anders. Mit einer Einwohnerzahl viermal so viel wie in Deutschland, jedoch mit einer Fläche 28mal größer als Deutschland ist die USA ein sehr großes Land mit sehr viel Platz. Durch die vielen Einwanderer findet man hier sehr viele verschiedene Traditionen und Gebräuche. Es sind wahrscheinlich alle Länder der Welt vertreten. Da kann jeder Weihnachten feiern, wie er gerne möchte. Durch das Klima und die Landschaft im Midwest haben sich bei uns viele Nordeuropäer niedergelassen. Somit gibt es hier viele Weihnachtsmärkte, wo man auch ein Tässchen Glühwein genießen kann. Dank Aldi sind wir mit vielen deutschen Weihnachtsprodukten versorgt und dem Kaufrausch sind keine Grenzen gesetzt. Und, liebe Au-pairs und andere Gäste, was man nicht kaufen kann, muss man eben selbermachen oder warten bis ihr wieder zu Hause seid. Schließlich sind wir hier in Amerika und da gibt es nicht alles, was es in Deutschland gibt. Andere Länder, andere Sitten.

An Kälte und Schnee mangelt es nicht bei Familie Golter.
An Kälte und Schnee mangelt es nicht bei Familie Golter.

Die Amerikaner fangen hier schon Ende November an, sich auf Christmas vorzubereiten. Nach Thankgsgiving (Erntedank) stellen wir den Baum auf und schmücken in und ums Haus. Ja und da gehören die Lichter am Haus auch dazu. Wir sehen das gerne, wenn es in der Nachbarschaft funkelt und leuchtet. Der Christbaum wird von der Baumschule selber ausgesucht und geschlagen. So wissen wir, dass er frisch ist, denn er muss bis Anfang Januar halten. Die Adventszeit genießen wir mit Adventsausstellungen, Konzerten, Weihnachtsfeiern, Gutslebacken und Besüchle machen. Die Vorfreude auf Weihnachten ist doch immer am schönsten. Unser Christopher kommt von der Uni eingeflogen und verbringt die Feiertage bei uns. Da freuen wir uns besonders darauf. Heiligabend sind wir im kleinen Kreise der Familie bei uns zu Hause. Nach dem Gottesdienst werden nach deutscher Art ein paar kleine Geschenkle aufgemacht. Denn in Amerika kommt Santa Claus erst in der Nacht zum ersten Feiertag durch den Kamin und bringt die Geschenke. Da stehen dann Cookies und Milch für ihn und seine Rentiere bereit. Diese Tradition kennt hier jedes Kind und hat meist eine schlaflose Nacht zur Folge. Am ersten Weihnachtsfeiertag kommt dann die Familie und Verwandtschaft zum Geschenkeauspacken zusammen und es gibt was Gutes zum Essen. Wir werden die Familie meines Mannes Max besuchen, die etwa eine Stunde Autofahrt von uns entfernt wohnt. Die Witterung ist allerdings oft nicht vorteilhaft für einen Roadtrip. Letztes Jahr wurden wir ja mit unserem Polar Vortex und 30 Grad Kälte beschert. Da geht kein Mensch vor die Türe, sonst wird es lebensgefährlich. Man lauscht mit Ehrfurcht, ob sich die Heizung einschaltet und hofft, dass keine Leitung platzt. Es kann auch einige ordentliche Schneestürme in unserem Winter geben. Das nehmen wir im mittleren Westen gelassen und leben damit. Einen zweiten Feiertag gibt es bei uns nicht. Die meisten Firmen haben aber zwischen den Feiertagen geschlossen und wir haben Urlaub. Die Söhne haben Ferien und wir gehen vielleicht ein paar Tage Skifahren. Dann freuen wir uns auf das neue Jahr und hoffen, dass es so gut wird wie das letzte. Gesundheit steht auf der Wunschliste ganz oben. Das gilt natürlich auch für die Lieben nah und fern. In diesem Sinne lasst uns alle ein friedliches Weihnachtsfest genießen. Happy Birthday, Jesus. Wir wünschen meinen Eltern Hannelore und Erich Plankenhorn sowie meiner Schwester Sabine Schwarz mit Familie ein schönes Weihnachtsfest und einen guten Rutsch ins neue Jahr. Allen Freunden, Familie und ehemaligen Kollegen wünsch ich recht viel Gesundheit und alles Gute für 2020. Das gilt auch für die Mitarbeiter der Nürtinger Zeitung. Meine ehemaligen Klassenkameraden, die ich dieses Jahr beim Klassentreffen gesehen habe, auch ihr seid gegrüßt.

We wish you all a merry Christmas and a happy new Year

Heike, Max, Christopher und Benjamin Golter

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