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Weihnachtsgrüße

Freuen an dem, was man hat

24.12.2019 05:30, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Julia Gensicke und Robin Bauknecht lassen sich von den Menschen in Latein- und Südamerika inspirieren

Ein leuchtender, reich geschmückter Tannenbaum steht im Wohnzimmer, es riecht wunderbar nach Tannennadeln, Plätzchen in allen Varianten füllen die Keksboxen und unsere Mägen. Die ganze Familie ist beisammen – es wird gut gekocht, Weihnachtsstollen angeschnitten, Platten werden aufgelegt und wie jedes Jahr noch in letzter Minute die Geschenke verpackt. Dieses Jahr ist es bei uns allerdings anders. Im September haben wir uns ins weit entfernte Lateinamerika aufgemacht und sind nun weit weg von allem Gewohnten, unserer Familie und den Plätzchen. Nachdem wir von Mexiko bis Costa Rica einmal das ursprüngliche Land der Maya und Azteken durchquert haben, ging es Anfang Dezember weiter nach Südamerika. Chile, Argentinien, Bolivien und Peru stehen noch auf der Liste. Die Weihnachtstage werden wir wahrscheinlich im argentinischen Ushuaia, der südlichsten Stadt der Welt verbringen – vielleicht kommt wenigstens dort, bei den kühleren Temperaturen, etwas Weihnachtsstimmung auf. Denn, um ehrlich zu sein, erinnert uns im Moment noch nicht wirklich viel an das uns bekannte christliche Fest. Tropische Temperaturen laden wohl kaum auf einen Glühwein ein und statt deftigem Braten, Maultaschen und Kartoffelsalat stehen bei uns Tacos und Empanadas auf der Speisekarte. Dafür dürfen wir in diesem Jahr viele beeindruckende Dinge erleben und unbezahlbare Erfahrungen machen. Wir standen in Mexiko vor der bekannten Maya-Ruine Chichén Itzá, waren am zweitgrößten Riff der Welt vor Belize tauchen, sind mit einem Board den Cerro-Negro-Vulkan in Nicaragua heruntergefahren und haben in Costa Rica eine unfassbare Vielfalt an Tieren in den Nationalparks beobachtet.

Zudem erfahren wir dieses Jahr hautnah, was die Menschen um die Weihnachtszeit in anderen Teilen der Welt beschäftigt, wie es ihnen geht und was sie sich wünschen. Es fehlt ihnen sicherlich an vielem, an Geld, an Essen, an Sicherheit und auch an uns selbstverständlichen Rechten. Ein großer Teil der Bevölkerung hat keinen riesigen Weihnachtsbaum oder Adventskalender, auch die Bescherung an Heiligabend fällt wohl eher klein aus. Doch trotzdem kommen auch hier die Menschen am 24. Dezember zusammen, sind glücklich, essen gemeinsam, gehen zur Kirche und genießen die ruhige Zeit mit der Familie. Von ihrer großartigen Einstellung haben wir gelernt, uns nicht über das zu ärgern, was man weniger besitzt, sondern sich über das zu freuen, was man hat – Zusammenhalt, Gesundheit und eine Familie.

Und so versuchen wir uns dieses Jahr an Weihnachten von all diesen wunderbaren Menschen, die wir auf unserer Reise bisher getroffen haben, eine Scheibe abzuschneiden – von dem unglaublich positiven Bananenbrot-Verkäufer in Belize, der herzlichen Gastgeberin in El Salvador, dem motivierten Schildkröten-Retter in Nicaragua, dem selbstlosen Naturschützer in Costa Rica und den vielen anderen Menschen, die alle die Welt ein kleines bisschen besser machen!

In diesem Sinne wünschen wir euch allen ein wunderschönes Weihnachtsfest und eine besinnliche Zeit mit der Familie!

Julia Gensicke und Robin Bauknecht

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