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Weihnachtsgrüße

Deutsch-amerikanische Feiertage

24.12.2013 00:00, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

„Merry Christmas“ senden Heike, Max, Christopher und Benjamin Golter alle Jahre wieder aus Rockton, Illinois

19 Jahre lebe ich, Heike Golter geborene Plankenhorn, mit meinem Mann Max und unseren Söhnen Christopher (14) und Benjamin (12) im mittleren Westen der USA. Wir haben hier sehr heiße Sommer und sehr kalte Winter. Dieses Jahr lassen die Kälte und der Schnee noch ein bisschen auf sich warten.

Weihnachten wird bei uns in der Familie deutsch und amerikanisch gefeiert.

Die Weihnachtvorbereitungen fangen in Amerika schon Ende November an. Nach Erntedank (Thanksgiving) wird der Weihnachtsbaum aufgestellt und das Haus geschmückt. Das war für mich die größte Umstellung, da in meiner Kindheit der Baum erst am Heiligen Abend aufgestellt wurde. Die amerikanische Tradition ist eigentlich sinnvoller, denn damit hat man auch was von seinem Weihnachtsbaum und kann ihn genießen.

Jedes Jahr freuen wir uns auf unseren Familienausflug zur „Tree Farm“, wo wir unseren Baum selber aussuchen und absägen können.

Chicago, etwa eine Stunde Autofahrt weg, hat einen großen deutschen Weihnachtsmarkt mit Glühwein, Räuchermännchen und dem Gedrängel, das man vom Stuttgarter Weihnachtsmarkt gewohnt ist. Viele Geschäfte bieten auch Lebkuchen, Schokolade und deutsche Produkte zur Adventszeit an. Was man nicht kaufen kann, muss man halt selber machen. Schließlich ist man in einem fremden Land und kann nicht erwarten, dass man alles kaufen kann, was es in Deutschland gibt.

Auch bei uns wird in der Adventszeit gebacken, gebastelt, Weihnachtslieder auf dem Klavier geübt, Weihnachtskarten geschrieben und in der Kinderkirche wird das Krippenspiel einstudiert. Viele Veranstaltungen und Konzerte im Ort und in der Schule stimmen einen auf Weihnachten ein. Mit zwei Teenagern im Haus ist manchmal die Lust und Laune, daran teilzunehmen, verschieden. Aber unsere Söhne freuen sich immer noch genauso auf den Nikolaus am 6.Dezember wie damals, als sie klein wahren. Das ist eine deutsche Tradition so wie der Adventskalender, den sie jedes Jahr von Oma und Opa aus Nürtingen bekommen. Somit wird das Warten auf Weihnachten ein bisschen versüßt.

Ich freue mich besonders über die Weihnachtspost, ob Karten oder E-Mails von Freunden und Familie aus nah und fern. Wenn man so weit weg lebt, sieht man die Lieben daheim in Deutschland nicht so oft und freut sich über eine kleine Nachricht. Die Amerikaner stellen oder hängen dann alle die Weihnachtskarten auf und bis Weihnachten hat man eine ganze Sammlung.

An Heiligabend feiern wir bei uns zu Hause zu viert. Nach dem Weihnachtsgottesdienst wird gegessen und danach ist Bescherung. Der Amerikaner macht die Geschenke erst am Morgen des 25. Dezembers auf. Santa Claus kommt die Nacht davor durch den Kamin und bringt die Geschenke. Unsere Söhne könnten da vor lauter Aufregung kein Auge zumachen. Außerdem feiern wir ja an Heiligabend den Geburtstag von Jesus und da gehören auch Geschenke dazu. So hat mir das mein zwölfjähriger Sohn erklärt. Und er kennt sich da genau aus, denn er hat am 21. Dezember Geburtstag. Wir lassen das aber nicht im ganzen Weihnachtstrubel untergehen, sondern machen immer den Geburtstag zu etwas Besonderem für ihn.

Vieles wird an Weihnachten hier ähnlich gefeiert, da doch viele Traditionen von Deutschland durch die Einwanderer nach USA gebracht wurden. Weihnachten kann jeder feiern so wie er es für richtig hält. Ob laut oder besinnlich, Plastikbaum oder echten Tannenduft. Traditionen sind dazu da, um Freude daran zu haben und sie weiterzugeben.

Deshalb bedanken wir uns bei der Nürtinger Zeitung, dass sie diese Weihnachtstradition dieses Jahr wieder ermöglicht hat. Wir wünschen allen Freunden, Verwandten und den Mitarbeitern der Zeitung ein schönes Fest.

Besonders möchten wir meine Eltern Hannelore und Erich und meine Schwester Sabine und Familie grüßen. Bleibt gesund und wir freuen uns schon, euch im Sommer 2014 wiederzusehen.

Frohe Weihnachten und einen guten Rutsch ins neue Jahr

 

Heike, Max, Christopher und Benjamin Golter

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