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Weihnachtsgrüße

Der Weihnachtsbaum im Camper-Van ist aufgestellt

24.12.2020 05:30, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Melanie Müller und Stefan Merkl haben ein spannendes Jahr in den USA erlebt – Von Besuchen im Januar über Shutdown und Proteste bis hin zum neuen Abenteuer Campen

Melanie Müller und Stefan Merkl leben seit eineinhalb Jahren in Kalifornien.
Melanie Müller und Stefan Merkl leben seit eineinhalb Jahren in Kalifornien.

Weihnachten steht schon wieder vor der Tür – die Zeit hier in Kalifornien vergeht wirklich wie im Flug. Schon ungefähr eineinhalb Jahre leben wir hier in Long Beach nahe Los Angeles. Unsere Berufe haben uns hierherziehen lassen. Das Jahr 2020 war besonders ereignisreich. Begonnen½ hat das Jahr noch mit zahlreichem Besuch von Familie und Freunden, denen wir zeigen konnten, wie schön und vielseitig Kalifornien ist. Dann kam ziemlich unvermittelt die Woche des Shutdowns Mitte März. So wie fast überall auf der Welt wurde von jetzt auf nachher das öffentliche Leben quasi auf null heruntergefahren und – für uns natürlich von besonders großer Bedeutung – die Grenze zur USA geschlossen. Seitdem ist die Einreise aus Deutschland in die USA ohne amerikanische Staatsbürgerschaft oder Greencard nicht mehr möglich.

Da in Kalifornien gutes Wetter glücklicherweise (fast) garantiert ist und Aktivitäten im Freien die ganze Zeit erlaubt waren, haben wir die Zeit während des Shutdowns genutzt, um Long Beach und die Umgebung weiter zu erkunden – zu Fuß und auf dem Wasser mit unseren Stand-up-Paddle-Boards.

Wegen der Proteste nach dem Tod eines Afroamerikaners wurden auch in Long Beach die Läden verbarrikadiert
Wegen der Proteste nach dem Tod eines Afroamerikaners wurden auch in Long Beach die Läden verbarrikadiert

Als nach knappen drei Monaten Shutdown Restaurants und Geschäfte gerade wieder langsam öffneten und man sich im neuen „Corona-Alltag“ eingefunden hatte, kam das nächste unerwartete Ereignis. Nachdem bei einem Polizeieinsatz ein Afroamerikaner ums Leben gekommen ist, brachen überall in den USA Proteste aus – auch in Long Beach.

Ein Abend ist uns dabei besonders in Erinnerung geblieben. Obwohl sich sowohl die Polizei als auch die meisten Läden und Restaurants vorbereitet hatten auf den angekündigten Protest – fast alle Schaufenster in der Innenstadt waren komplett verbarrikadiert – , endete der Protest an diesem Abend in Plünderungen, Auseinandersetzungen der Demonstranten mit der Polizei und Brandstiftungen. Glücklicherweise blieb es bei diesem einen Abend!

Den anschließenden Sommer haben wir dann trotz Corona bestens genutzt. Weil wir Hotels während der Corona-Zeit meiden und trotzdem das Land erkunden wollten, haben wir mit dem Campen begonnen. Seitdem sind wir fast jedes Wochenende unterwegs und genießen die tollen Landschaften, die problemlos über das Wochenende zu erreichen sind.

Erst mit dem Zelt, jetzt mit dem Van – die beiden haben das Campen für sich entdeckt.
Erst mit dem Zelt, jetzt mit dem Van – die beiden haben das Campen für sich entdeckt.

Zwar mussten wir ab und zu unsere Ziele spontan an Waldbrände und sonstige Gegebenheiten anpassen, aber wir haben trotzdem immer schöne Plätze zum Entspannen gefunden. Über den Sommer war das Zelt ideal, als es dann aber nachts kühler wurde, haben wir unsere Campingausstattung optimiert und uns einen CamperVan gekauft. Damit sind wir nun noch unabhängiger und flexibler, was wir sehr genießen. Ein Vorteil der Corona-Zeit ist sicherlich, dass selbst Nationalparks wie der Yosemite Nationalpark oder der Grand Canyon angenehm ruhig sind und die Parkplatzsuche problemlos.

Im Herbst standen dann auch die Präsidentschaftswahlen an. Der Wahltag und die folgenden Tage waren unglaublich spannend, jeder hat ständig den aktuellen Stand der Auszählungen beobachtet – ein Mitfiebern, das wir in diesem Maß von deutschen Wahlen nicht kannten. Auch eine gewisse Anspannung, was nach Bekanntgabe des Gewinners in den USA passieren würde, war zu spüren. Das hat sich im Nachhinein in unserer Umgebung als unbegründet herausgestellt – die befürchteten erneuten Proteste und Ausschreitungen blieben glücklicherweise aus.

Über Weihnachten planen wir, mit unserem Camper-Van weiter den Westen der USA zu bereisen, da wir hier weiterhin weder Besuch empfangen noch selbst nach Deutschland fliegen können. Wo genau wir Weihnachten verbringen werden, werden wir abhängig von Reisebeschränkungen und sonstigen Corona-Vorschriften machen. Der Van ist auf jeden Fall schon vorbereitet – der Weihnachtsbaum im Van ist aufgestellt.

Da wir dieses Jahr Weihnachten nicht persönlich mit unseren Lieben verbringen können, werden Video-Anrufe nach Deutschland sicher Teil unseres Weihnachtsfests sein.

Wir möchten diese Gelegenheit nutzen und viele liebe Weihnachtsgrüße an unsere Familien und Freunde schicken! Wir wünschen allen eine gemütliche Weihnachtszeit und freuen uns auf die nächsten Videoanrufe – und natürlich noch viel mehr auf die persönlichen Besuche, die hoffentlich irgendwann nächstes Jahr wieder möglich sein werden! Bleibt alle gesund!

Melanie Müller und Stefan Merkl

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