Weihnachtsgrüße

Auch in Uganda ist Weihnachten ein Familienfest

24.12.2019 05:30, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Katharina Hagel lebt zurzeit in Adjumani in Uganda – Die hohen Temperaturen lassen keine rechte Feststimmung aufkommen

Katharina Hagel unterstützt die lokale Verwaltung in Uganda beim Umgang mit dem Zustrom von Geflüchteten aus dem Südsudan.
Katharina Hagel unterstützt die lokale Verwaltung in Uganda beim Umgang mit dem Zustrom von Geflüchteten aus dem Südsudan.

Zum dritten Mal, nach 2004 und 2013, schreibe ich dieses Jahr einen Beitrag für die Weihnachtsbeilage. Es hat mich – einmal mehr – nach Uganda verschlagen. Seit Februar dieses Jahres arbeite ich für zwei Jahre als Entwicklungshelferin für die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) in Adjumani im Norden von Uganda. Dort unterstütze ich die lokale Verwaltung beim Umgang mit dem hohen Zustrom von Geflüchteten aus dem Südsudan in den letzten Jahren. Der Anteil der Geflüchteten macht hier fast 50 Prozent der Bevölkerung aus. Obwohl die Stadt Adjumani ungefähr die Größe von Nürtingen hat, lassen die zwei Städte sich nicht vergleichen. Die Freizeitmöglichkeiten beschränken sich hier auf das abendliche Treffen mit Freunden in einem der wenigen Hotels, spazieren gehen oder mehr oder weniger professionelles Aerobic in einer Rundhütte. Auch das Angebot von Nahrungsmitteln ist ein ganz anderes. Neben Tomaten, Auberginen, Karotten, Zwiebeln und grünem Paprika gibt es auf dem Markt Okra, Dodo und ähnliches Blattgemüse sowie Bohnen. Das Obstangebot beschränkt sich auf Maracuja, Bananen und Avocado und mit viel Glück Ananas und Wassermelone. Das ändert sich allerdings, wenn Mangosaison ist. Jeder Haushalt hat hier gefühlt mindestens zwei Mangobäume, die so viel Obst produzieren, dass überhaupt nicht alles konsumiert werden kann. Auch der einzige Supermarkt hat nur ein sehr eingeschränktes Angebot. Meine Highlights sind daher immer die Fahrten in die nächste Großstadt (zwei Stunden Fahrt) oder in die Hauptstadt Kampala (sieben Stunden Fahrt), wo ich mich auf dem Markt und im Supermarkt immer mit Obst, Gemüse, Käse, Brot und Keksen eindecke. Obwohl sich das nach einem entbehrungsreichen Leben anhört, fühle ich mich hier sehr wohl. Ich genieße die tolle, unberührte Landschaft, fahre oft zum Nil, der nur wenige Kilometer entfernt ist, und sehe auf der Fahrt meistens Affen und viele bunte Vögel. Aber am schönsten ist die Herzlichkeit und Freundlichkeit der Bevölkerung. Nun nähert sich langsam Weihnachten. Doch Weihnachtsstimmung kommt bei mir noch gar nicht auf, denn die Temperaturen steigen hier langsam wieder an. Hatten wir in der Regenzeit in den letzten Monaten meist angenehme 30 Grad, klettern die Temperaturen von Dezember bis März auf bis zu 40 Grad an. Da ich Weihnachten mit kalten Temperaturen verbinde, passt das einfach nicht zusammen. Trotzdem habe ich mir vorgenommen, mein Haus etwas weihnachtlich zu schmücken, um wenigstens etwas in Stimmung zu kommen. Weihnachten ist in Uganda ein großes Familienfest. Da es gleichzeitig auch Ferienzeit ist, kommt die ganze Großfamilie in dieser Zeit in ihr Heimatdorf zurück, feiert zusammen und besucht Freunde und Verwandte. Besonders in eine Kleinstadt wie Adjumani, wo viele Einheimische in Kampala oder anderen Städten Ugandas arbeiten, kommen alle an Weihnachten in die Heimat zurück.

Das eigentliche Weihnachtsfest wird am 25. Dezember gefeiert. Daher wird Heiligabend bei mir dieses Jahr wohl ausfallen. Das Weihnachtsfest werde ich bei einem ugandischen Freund feiern. Er lädt die ganze Familie und Freunde zu sich nach Hause ein. Nach dem Kirchgang am Morgen wird es viel zu essen geben und man sitzt den ganzen Tag zusammen oder zieht weiter, um andere Familienmitglieder oder Freunde zu besuchen. Für Weihnachten werden Kühe, Ziegen und Hühner geschlachtet und ich bin mir sicher, dass die Frauen schon mehrere Tage davor in der Küche stehen, um alles vorzubereiten. Die anschließenden freien Tage werde ich nutzen, um ein paar entspannte Tage in Uganda zu verbringen. Aufgrund der Vielfältigkeit des Landes kommen dafür einige Orte infrage. Ob ich nun in einen Nationalpark fahre, an den Lake Victoria oder in die Berge, habe ich noch nicht entschieden.

Ich wünsche meiner Familie, Freunden und allen Lesern fröhliche Weihnachten und einen guten Rutsch ins neue Jahr.

Liebe Grüße

Katharina Hagel

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