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So ein Bachel

29.12.2017 00:00, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

(bg) „Bachelor“ ist ist das englische Wort für Junggeselle. Man nimmt das Angelsächsische, denn das Wort „Junggeselle“ klingt im Deutschen eher nach einem Herrn, der keine Bindung wünscht oder vorgibt, sie nicht zu wünschen, weil er eh keine findet. Der „eingefleischte Jungeselle“ ist in manchen Kreisen auch eine Umschreibung dafür, dass der Herr vielleicht gar kein Interesse an Frauen hat.

Einen solchen Mann nennt man im Alter Hagestolz. Eines der schönen deutschen Worte, die heute kaum noch jemand gebraucht. Woher das Wort kommt, liegt im Dunkel des Mittelalters verborgen. Eine Vermutung zur Herkunft ist, dass früher die jüngeren Kinder nichts erbten und daher keine Familie gründen konnten. Also lebten sie auf dem elterlichen Besitz in einer kleinen Hütte mit einer Hecke drum herum, der „Hagestalt“. Irgendwann verschmolzen die Bezeichnung Wohnung und Bewohner, der eben der Hagestolz war.

In einigen Gegenden von Deutschland galt das Hagestolzenrecht: Wenn ein Mann bis zum Alter von 50 Jahren, mancherorts sogar nur 25 Jahre, unverheiratet blieb, fiel sein Besitz nach seinem Tod automatisch an den Grundherren oder an das Land. Na, wenn das mal kein Anreiz für eine (womöglich unglückliche) Ehe ist!

Später bezeichnete der Begriff „Hagestolz“ einen etwas merkwürdigen unverheirateten älteren Mann, der nie Segen und Fluch einer Familie genossen hat.

Im Schwäbischen ist ein Bachel oder gar ein Bacheler kein besonders toller oder heller Typ. Wenn man die Reihe der Herren so anschaut, die bisher im TV feilgeboten wurden: Es waren einige Bachel darunter. Wie wäre es mal mit einer Sendung „Der Hagestolz“?

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