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Nürtingen

Iraner rechnet mit Gefängnis und Folter

07.07.2017 00:00, Von Lutz Selle — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Das Verwaltungsgericht ist nicht überzeugt von der christlichen Gesinnung eines 40-jährigen Flüchtlings und will ihn abschieben

Im Iran ist der Islam Staatsreligion. Für Iraner, die sich zum christlichen Glauben hingezogen fühlen, gibt es in dem arabischen Land wenig Verständnis. Das hat auch ein nun 40-jähriger Iraner erfahren, der deshalb nach Deutschland flüchtete. Nun droht dem seit April 2016 in Nürtingen wohnenden Mann jedoch die Abschiebung.

Der 40-jährige Iraner hofft auf einen Ausbildungsvertrag bei einem Nürtinger Autohaus.  Foto: Holzwarth
Der 40-jährige Iraner hofft auf einen Ausbildungsvertrag bei einem Nürtinger Autohaus. Foto: Holzwarth

NÜRTINGEN. Im Iran hat Masoud (Name von der Redaktion geändert) schon als junger Mann Zweifel am Islam gehabt. Ein Mann habe ihn vor acht Jahren angesprochen und zu einem Treffen von Christen eingeladen. Im Geheimen – in einer Wohnung, in einem Garten oder auf einem Parkplatz – wurde aus der Bibel gelesen und gebetet. Der muslimisch geprägten Familie von Masouds Frau gefiel das überhaupt nicht. Vor vier Jahren habe seine Frau dann die Scheidung eingereicht. Die ehemaligen Verwandten hätten ihn später auch noch bei der Polizei angezeigt. Die Ordnungshüter seien „mehr als zehnmal“ in der Werkstatt des als selbstständigen Kfz-Mechaniker tätigen Iraners und in seiner Wohnung aufgetaucht und hätten nach Beweisen für dessen Abkehr vom Islam gesucht. „Bei der letzten Durchsuchung hatte ich den Eindruck, dass eine Verhaftung unmittelbar bevorsteht. Deshalb bin ich geflohen“, erzählt Masoud.


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