Senioren-Redaktion

Die Tradition ist im Wandel begriffen

03.11.2018, Von Rolf Mittendorf — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

„Opa, wenn du einmal stirbst, kommst du dann auf den Friedhof und wirst du da begraben? Und kommst du unter die Erde, oder wirst du verbrannt?“, fragte der Enkel Bastian, vier Jahre, und zurzeit in einem christlichen Kindergarten. Zu Ostern wurde über den Tod gesprochen. Das hatte ihn aufgewühlt. Was passiert mit dem geliebten alten Opa, wenn der mal stirbt? „Sag mal, wie kommst du denn darauf?“, fragte der Opa. „Ja, wenn du dich verbrennen lässt, könnten wir dich in einem Topf mit nach Hause nehmen, und du wärst immer bei uns“, sagte Bastian.

Dieses Gespräch führte dazu, dass ich mir ernstlich Gedanken über unsere Beerdigungs- und Friedhofskultur machte. Unsere allerletzte Bleibe, das letzte Grundstück, ist nun mal der Friedhof.

Der Friedhof als Ort der Trauer, der Tränen, der Toten, und als Ort der Hoffnung, ist in der christlichen Erinnerungskultur fest verankert. Er ist auch ein Ort, an den man Trauer tragen und wo man wieder Kraft finden kann.

Aber viele Menschen haben diesen Bezug zum Friedhof verloren. Manche Traditionen und Rituale erscheinen nicht mehr als hilfreich und sinnvoll. Es gibt neue Orte und Formen persönlichen Gedenkens, neue Bestatttungsmöglichkeiten: Baumbestattungen in Friedwäldern, Aschestreuwiesen, Diamantbestattungen, Seebestattungen. Der Friedhof als Begegnungsstätte zur Besinnung, zur Trauerbewältigung und auch zur Meditation. Hat er heute noch den Stellenwert?


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