Episoden

Stationen im Leben von Peter Härtling

20.04.2013, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Episode 1: Szenen einer Ankunft

Das Peter-Härtling-Projekt – eine Kooperation der Nürtinger Zeitung mit der Freien Kunstakademie Nürtingen, dem Peter-Härtling-Gymnasium und dem Illustrator Davor Bakara

 

Der Schriftsteller Peter Härtling wird am 13. November 80 Jahre alt. Seine Lebensgeschichte ist auch eine Geschichte des vergangenen Jahrhunderts. Eine gelebte Geschichte, die vom Zweiten Weltkrieg geprägt wurde - ganz besonders auf ihren ersten Stationen. In Chemnitz war Härtling 1933 geboren worden. Dann zieht die Familie 1941 ins mährische Olmütz. Der Krieg treibt sie weiter. 1945 flüchten die Härtlings ins österreichische Zwettl. Die russische Armee marschiert ein. Der Vater stirbt in einem russischen Kriegsgefangenenlager. Peters Flucht mit Mutter, Schwester, Großmutter und Tante geht weiter - und sie führt ihn 1946 nach Nürtingen. Hier wird sich Peters Mutter bald das Leben nehmen. Doch hier wird er auch den Maler und Bildhauer Fritz Ruoff kennen lernen. Der Ältere wird sein Mentor werden, ein Freund fürs Leben. Ruoffs Frau Hildegard kann heute noch von diesen Tagen, diesen Jahren der Ankunft Härtlings in Nürtingen berichten. Davor Bakara zeigt heute in der ersten von acht Episoden Szenen dieser Ankunft.

Wer sich mit dem Leben eines Dichters befasst, muss auch auf sein Werk eingehen. Schüler des Nürtinger Peter-Härtling-Gymnasiums haben deshalb im Rahmen einer Comic-AG eben jenes getan. Sie wählten Texte aus und verbildlichten diese. Der 17-jährige Felix Schob hat sich Härtlings Gedicht „Vielleicht ein Narr wie ich“ ausgesucht. Der Narr, der mit Geldscheinen um sich wirft. Der Narr, der à la King Kong statt am Empire State Building am Turm der Nürtinger Stadtkirche hängt. Und der sich als feixende Illusion im Spiegel als Realität offenbart.

Andreas Warausch