Reportage

Was ist gerecht?

23.06.2018, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Der Nürtinger Jurist Ernst Planck (1907 bis 2004) und die Kunst des Urteils – Von Steffen Seischab

Ernst Planck Foto: privat

Nach fünf langen Jahren wird jetzt für Sommer/Herbst 2018 das Urteil im NSU-Prozess erwartet. Kaum ein Gerichtsverfahren hat die Republik in den letzten Jahren stärker beschäftigt als dieses, bei dem das Oberlandesgericht München unter seinem Vorsitzenden Richter Manfred Götzl über die mutmaßliche Mittäterschaft Beate Zschäpes und die Beihilfe vier weiterer Personen an zehn Morden der rechtsradikalen Terrororganisation befinden muss. Hier ein nicht von der aufgeheizten Stimmung und engagierten politischen Diskussion beeinflusstes, sachliches Urteil zu sprechen, das dem Bedürfnis nach Gerechtigkeit entspricht, ist eine wahrhaftige Herausforderung.

Umso wichtiger ist bei einem solch schwierigen Verfahren die Person des Richters, für den der württembergische Jurist Richard Schmid, von 1953 bis 1964 Präsident des Oberlandesgerichts Stuttgart, einmal folgendes Anforderungsprofil skizziert hat: „Der Richter muss innerlich unabhängig werden, und er darf die Fähigkeit nicht verlieren, sich in die Lage aller Menschen zu versetzen, mit denen er zu tun hat.“


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