Reportage

Man gruselt sich halt gerne

05.03.2016, Von Peter Reinhardt — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Eigentlich eigenartig: es gibt immer wieder Menschen, die scheint’s furchtbar gerne Feindbilder pflegen. Feindbilder sind meistens nichts anderes als eingebildete Ängste. Sie haben einen Vorteil: man hat einen Gegner, an den man seinen Unmut ablassen kann. Und: man kann sich schlau und gut vorkommen – auch wenn man Ablehnung und Hass predigt. Muss das so sein? Und immer so bleiben? Vor was haben wir in der Geschichte nicht schon alles Angst gehabt. Mal waren „die Franzosen“ ganz furchtbare Menschen, gegen die man sich ganz furchtbar wehren musste – sowie man reisen konnte, stellte man fest: Die Franzosen sind ganz normale, oft sehr nette Menschen. Ähnlich mit „den Juden“. Und sechs Jahre lang waren „die Deutschen“ für ganz Europa die furchtbarsten Menschen, die man sich denken konnte; gefährliche Feinde. Vorbei.

Dann waren es eher „die Russen“, etwas später „die Italiener“, „die Griechen“ oder „die Linken“. Und immer gab es Menschen, die die Angst schürten und überzeugt waren, dass „die Feinde“ gefährlich wären – was bei „den Deutschen“ während des Krieges ja leider wahr war. Aber sonst konnte man immer wieder feststellen: wenn man Menschen aus der „Feindesgruppe“ näher kennen lernte, dann erwiesen sie sich als sehr normal und meistens freundlich.


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