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Reportage

Gestandene Frau mit spitzem Humor

14.11.2020 05:30, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Über den Nürtinger Stadtchronisten Jakob Kocher ist schon viel berichtet worden. Seine Ehefrau Anna hingegen ist im Schatten geblieben. Dabei lässt ihr handschriftlicher Nachlass eine ihm in jeder Hinsicht ebenbürtige Frau erkennen. – Von Beate Kocher-Benzing

Anna und der Oberreallehrer Jakob Kocher lebten und wirkten in Nürtingen 42 Ehejahre lang. Dabei sah es zunächst so aus wie bei den Königskindern, die nicht zusammenkommen können. Als nämlich Annas Vater Wind von der Beziehung bekommen hatte, gab es eine Szene. Er erklärte der Tochter klipp und klar, einen „Schulmeister gibt’s nicht“. Deren Ansehen war damals eher bescheiden und der Verdienst entsprechend. Die beiden mussten getrennte Wege gehen und es vergingen Jahre, bis der Vater endlich umgestimmt werden konnte. Als dieser einen ihm geeignet erscheinenden Kandidaten aufgetan hatte, kam Anna die Geschichte vom armen Ölerjoken in den Sinn. Sie stammte aus der Feder des Heimatschriftstellers Heinrich Hansjakob, den der Vater sehr verehrte. Sie unterstrich die entscheidende Stelle im Buch und legte es dem Vater offen auf den Tisch – das Mädchen in der Geschichte war gegen ihren Willen mit dem reichen Hermesbur verheiratet worden und starb noch im gleichen Jahr an gebrochenem Herzen. Nach Zureden der ganzen Familie und seiner Freunde gab der Vater endlich sein Einverständnis. 1902 wurde nach altem Schwenninger Brauch Hochzeit gefeiert.


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