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Reportage

Als „Friedenshetzer“ verfemt

23.05.2020 05:30, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Heute vor 100 Jahren starb der Pfarrer Otto Umfrid, der in Nürtingen das Licht der Welt erblickte – Von Dr. Wolfgang Wetzel

Otto Umfrid: Der Pfarrer und Pazifist  gab um die Jahrhundertwende die Zeitschrift „Friedensbote“ heraus.
Otto Umfrid: Der Pfarrer und Pazifist gab um die Jahrhundertwende die Zeitschrift „Friedensbote“ heraus.

Mit einem lauten Krach fiel die Tür ins Schloss. Heinrich von Treitschke, um 1900 herum einer der profiliertesten Historiker im Kaiserreich, hatte sich mit dem (zweiten) Vorsitzenden der Deutschen Friedensgesellschaft, Otto Umfrid, an einen Tisch gesetzt. Sie wollten einmal ausloten, ob sie – bei aller Gegnerschaft im Einzelnen – nicht doch auch Gemeinsamkeiten finden könnten. Es sei doch noch nie ein Fehler gewesen, miteinander zu reden. Indessen: Die Gegensätze waren unüberbrückbar. Und schließlich platzte dem berühmten Historiker der Kragen, und er verließ äußerst verärgert den Tisch: „Merken Sie es sich, Herr Umfrid: Wenn endlich wieder ein Krieg kommt, dann werden Leute wie Sie als erste zum Schweigen gebracht.“ Und fügte noch hinzu: „Sie Friedenshetzer! Guten Tag!“


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