Paulas Nachrichten

Paula lacht über die Torriechjäger

14.07.2018, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Hallo, liebe Kinder,

in dieser Woche bin ich abends einmal zum Andreas gekommen. Jetzt kann man ihn wieder gut besuchen. Es kommen ja nicht mehr so viele Fußballspiele! Ich habe zwar auch gerne geguckt. Aber jetzt ist es auch gut. Und die deutschen Kicker sind ja sowieso nicht mehr dabei.

Der Andreas ist auf seiner schönen Terrasse gesessen und hat gevespert. Das war geschickt. Er hat gemeint: „Klar, das hast du gerochen! Du kannst ruhig etwas mitessen!“

Ich habe ihn ein bisschen grätig angeschaut und gemeint: „Das habe ich gar nicht gerochen! Ich habe dich nur so besuchen wollen!“

„Komm, gib’s doch zu, Paula!“, hat der Andreas geantwortet. „Du tauchst schon immer wieder mal genau rechtzeitig zum Essen auf. Da bist du wie ein Torjäger. Die haben ja auch einen richtigen Torriecher!“

Jetzt habe ich den Andreas wieder einmal so groß wie ein Auto angeguckt. Dann habe ich gemeint: „Wie? Torjäger? Die jagen das Tor? Und schießen dann darauf? Ich habe immer gedacht: Die schießen da Bälle rein. Das ist ja völlig ungefährlich. Aber jetzt schießen die mit Gewehren auf die Tore wie richtige Jäger? Und die riechen die Tore vorher? Nach was riecht denn so ein Tor? Hm, wegen den Löchern im Netz riecht das vielleicht wie Käse. Der hat ja auch Löcher . . .“

Der Andreas hat mich auch angeguckt wie ein großes Auto. Aber wie ein viel größeres Auto. Wie ein Lastwagen. Dann hat er losgelacht. „Paula, du bist mir schon so eine lustige Ente! Das sind doch alles nur Redensarten! Also beim Fußball hat ein Torjäger wirklich einen Torriecher. Das heißt: Er ahnt, wo der Ball hinfällt. Als könnte er das riechen. Dann steht er schon da. Ist schneller als sein Gegenspieler. Und kann als Torjäger den Ball aufs Tor schießen. Deshalb schießt er ja nicht mit Gewehren. Er schießt ja wirklich nur mit dem Ball aufs Tor. Ja, und eigentlich schießt er nicht auf das Tor, sondern in das Tor. Und wenn er das oft macht, nennt man ihn Torjäger.“

Jetzt habe ich ein bisschen lächeln müssen. Denn mir ist auch einmal etwas Lustiges eingefallen. Ich habe gesagt: „Hihihi, dann haben die Deutschen gerade Schnupfen gehabt!“

Der Andreas hat meinen Witz nicht verstanden. Er hat mich wieder angeguckt wie ein Riesenauto. „Hä?“, hat er gemeint, „Schnupfen? Jetzt im Sommer? Na ja, kann ja passieren. Das habe ich aber nicht mitgekriegt . . . Hm, bist du sicher?“

Jetzt habe ich richtig loslachen müssen. Dann habe ich gesagt: „Das ist doch klar! Beim Schnupfen ist die Nase verstopft. Dann kann man nichts riechen. Auch keine Tore. Und deshalb haben die bei der Weltmeisterschaft so wenig Tore gemacht. Tja, und dann haben sie auch keinen Torjäger.“

Dann habe ich weitergelacht. Der Andreas musste zuerst nicht lachen. Aber ich habe gar nicht mehr aufhören können. Er hat mich immer komischer und seltsamer angeguckt. Das fand ich immer lustiger. Und deshalb habe ich immer weitergelacht. Und immer weitergelacht. Der Andreas hat dann ganz langsam angefangen auch zu lachen. Dann hat er mit mir mitgelacht. Irgendwann habe ich Bauchweh gekriegt und mir meinen Zeitungsgefiederbauch gehalten. Tränen habe ich auch in den Augen gehabt. Aber ich war ja gar nicht traurig. Das war dann ganz komisch. Dann habe ich mit Lachen aufgehört.

Der Andreas hat gemeint: „So, jetzt bist du jetzt endlich fertig mit Lachen?“

Ich habe noch ein bisschen nachgelacht. Dann habe ich gesagt: „Pah, du hast ja dann auch lachen müssen!“

„Tja“, hat der Andreas gemeint, „aber nur wegen deinem Gelächter. Lachen ist halt ansteckend!“

„Was?“, habe ich losgeschnattert, „ansteckend? Ist das etwa eine Krankheit?“

Jetzt musste der Andreas lachen – und ich nicht.

Er hat deshalb zu mir gesagt: „Keine Angst, liebe Paula. Lachen ist schon ansteckend. Wenn jemand lacht, muss der andere irgendwann mitlachen. Auch wenn man den eigentlichen Witz gar nicht so lustig findet. Ich als großer Fußballfan will ja nicht über die deutschen Fußballer lachen. Aber weil du so gelacht hast, habe ich irgendwann mitlachen müssen. Mein Gehirn kriegt dein Lachen mit. Das ist schön für das Gehirn. Lachen ist ja was Schönes. Also schickt es an meinen Körper die Botschaft: ,He, du sollst mitlachen!‘ Aber eine Krankheit ist das Lachen trotzdem nicht. Im Gegenteil: Es ist gesund. Man muss beim Lachen und sogar beim Lächeln automatisch gut durchatmen. Probier das noch mal aus! Beim Lachen ziehen sich deine Muskeln zusammen. Deshalb tut dir vielleicht irgendwann der Bauch weh. Und die Tränen kommen dir, weil du starke Gefühle hast. Wie wenn du sehr traurig oder glücklich bist. Auf jeden Fall bist du nach dem Lachen wohltuend entspannt und müde.“

Das hat gestimmt. Lachen ist echt gesund und schön! Eure Paula

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