Schwerpunkte

Nürtingen

Honig-Projekt in Nicaragua wird über "Licht der Hoffnung" unterstützt

15.01.2020, Von Lutz Selle — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Licht der Hoffnung: Die Initiative Eine Welt aus Köngen möchte Frauen in Nicaragua eine Hilfe zur Selbsthilfe geben

Sechs soziale Projekte werden in dieser 29. Saison der Weihnachtsaktion „Licht der Hoffnung“ unserer Zeitung mit den eingehenden Spendengeldern unterstützt. Dazu gehört das Projekt der Initiative Eine Welt Köngen zur Unterstützung von Frauen in Nicaragua. Den Mittelamerikanerinnen wird bei der Herstellung und Vermarktung von Meliponen-Honig geholfen.

Frauen legen ein Gemüsepflanzbeet an, um danach Produkte auf Märkten zu verkaufen.  pm
Frauen legen ein Gemüsepflanzbeet an, um danach Produkte auf Märkten zu verkaufen. pm

Der gemeinnützige Verein Initiative Eine Welt Köngen wurde im Januar 1998 gegründet. Er ging aus der Initiative Dritte Welt hervor, die seit 1981 als Gruppe der evangelischen Kirchengemeinde Köngen bestand. Von Anfang an ist es den aktuell 21 Vereinsmitgliedern um weltweite Gerechtigkeit gegangen. Die Benachteiligung vieler Menschen in den armen Regionen der Welt hat die Köngener zum Handeln motiviert. Den Fokus haben sie dabei auf Mittelamerika gelegt. Dort unterstützt der Verein Projekte im Bereich der Gesundheitspflege, der Erziehung und Bildung, der ländlichen Entwicklung, der Nachhaltigkeit sowie der Stärkung von Kindern und Frauen. Mehrere Projekte hat die Initiative Eine Welt bereits in Nicaragua, dem nach Haiti zweitärmsten Land Amerikas, erfolgreich unterstützt. Durch Reisen der Vereinsmitglieder aus Köngen in den vergangenen Jahren nach Nicaragua – „natürlich auf eigene Kosten und nicht durch Vereinsgelder finanziert“, wie Gerlinde Maier-Lamparter betont – gibt es bereits einige persönliche Kontakte zu Einzelpersonen sowie zu Organisationen vor Ort. Zusammen mit der nicaraguanischen Nichtregierungsorganisation ADIC (Asociación para el Desarrollo Integral Comunitario) haben die Köngener nun die Landfrauen aus der Region Matagalpa im Nordwesten Nicaraguas ins Visier genommen, dessen Landschaft ein wenig an den Schwarzwald erinnert und tatsächlich auch so heißt, nämlich Selva Negra.

Haben bereits die ersten Gläser des von den Landfrauen in Nicaragua vermarkteten Meliponen-Honigs gesendet bekommen: (von links) Reinhold Hummel, Vorsitzender der Initiative Eine Welt in Köngen, Edith Tremmel und Gerlinde Maier-Lamparter.  Foto: lcs
Haben bereits die ersten Gläser des von den Landfrauen in Nicaragua vermarkteten Meliponen-Honigs gesendet bekommen: (von links) Reinhold Hummel, Vorsitzender der Initiative Eine Welt in Köngen, Edith Tremmel und Gerlinde Maier-Lamparter. Foto: lcs

Die Frauen sind dort meistens die Familienernährerinnen. Daher ist es das Ziel, die Einkünfte der Frauen nachhaltig zu sichern. Von den Frauen selbst kam die Idee, mit der Herstellung und dem Verkauf von Meliponen-Honig ein Einkommen zu erwirtschaften. Meliponen sind stachellose Bienen, die schon von jeher in Lateinamerika vorkommen. Sie bauen ihre Waben in Kästen, die auch in der Nähe von Wohnhäusern aufgestellt werden können, da die Bienen friedlich sind. Die ersten Erfolge ließen nicht lange auf sich warten. „Der Honig wurde gut nachgefragt“, erzählt Reinhold Hummel, Vorsitzender der Initiative Eine Welt Köngen. Schon früher sei der Honig auch in der Naturheilkunde eingesetzt worden – zur Linderung von Augen- und Hautkrankheiten. „Es gibt eine große Nachfrage nicht nur in Nicaragua, sondern auch im Nachbarland Costa Rica.“ Daher soll die Produktion in der Region Matagalpa erweitert werden – von aktuell 40 Imkerinnen auf 120. „Mit dem Ergebnis von zehn Bienenvölkern kann eine Familie ihre Existenz sichern“, weiß Reinhold Hummel.

Nachhaltigkeit des Projekts auch aus betriebswirtschaftlicher Sicht

Frauen legen ein Gemüsepflanzbeet an, um danach Produkte auf Märkten zu verkaufen.  pm
Frauen legen ein Gemüsepflanzbeet an, um danach Produkte auf Märkten zu verkaufen. pm

Der Einsatz der Meliponen ist zudem ein Beitrag zur Erhaltung der Artenvielfalt, denn die Futterpflanzen der Bienen sind auch für andere Insekten wichtig.

Das Projekt umfasst nun praktische Weiterbildungen zur Honigherstellung und Vermarktung. Zudem sollen mit den Spendengeldern neue Bienenkästen und Arbeitsmaterialien, die Ausstattung der Honig-Sammelstelle und der Vermarktungsanlage mit Tischen und Schleudern finanziert werden. „Auch betriebswirtschaftlich ist die Nachhaltigkeit des Projekts wichtig“, sagt Hummel. „Und bereits mit 50 Euro können fünf neue Bienenkästen aufgestellt werden.“ Durch die guten Kontakte nach Nicaragua ist sich der Vereinsvorsitzende auch sicher: „Uns wird über Skype und EMail immer im Detail berichtet, wie sich das Ganze entwickelt.“ Und davon überzeugt er sich auch immer einmal wieder selbst vor Ort.

Auf einen Blick:

Spendenkonten

Kreissparkasse Esslingen-Nürtingen
IBAN: DE98 6115 0020 0010 2133 44
(BIC: ESSLDE66XXX)
Baden-Württembergische Bank
IBAN: DE68 6005 0101 0405 1352 40
(BIC: SOLADEST600)
Volksbank Kirchheim-Nürtingen
IBAN: DE42 6129 0120 0533 3330 08
(BIC: GENODES1NUE)
VR Bank Hohenneuffen-Teck
IBAN: DE67 6126 1339 0191 3960 01
(BIC: GENODES1HON)

Wer ausschließlich ein bestimmtes Projekt unterstützen möchte, vermerkt auf dem Überweisungsträger eines der folgenden Stichworte: für das Honig-Projekt von Eine Welt Köngen „Nicaragua“, für die Krisenbegleiter-Ausbildung des AK Leben „AKL“, für die Kinder-Kultur-Werkstatt „Gambia“, für das Tafelladen-Kühlfahrzeug „Tafelladen“, für das Wohnheim für Menschen mit Behinderung „BFL“ und für das Jugendsozialprojekt für junge Männer aus den Slums „Kenia“.

Licht der Hoffnung