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Mehr als halbes Gewicht auf Waagschale

19.01.2021, Von Lutz Selle — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Licht der Hoffnung: Das Neuffener Pfeffertagswiegen erbringt auch in der Homeoffice-Version 1672 Euro für die gute Sache

Die 27. Auflage des Neuffener Pfeffertagswiegens ist zum ersten Mal nicht öffentlich in der Stadthalle über die Bühne gegangen. Stattdessen haben sich die Teilnehmer zu Hause auf die eigene Waage gestellt, das Ergebnis per E-Mail an Waagmeister Willy Heinickel übermittelt und Geld für die Aktion „Licht der Hoffnung“ überwiesen. 1672,20 Euro kamen zusammen.

Auch ohne Präsenzveranstaltung in der Neuffener Stadthalle kann sich das Ergebnis des Pfeffertagswiegens sehen lassen. Für die Aktion „Licht der Hoffnung“ hat Organisator Willy Heinickel (links) einen Scheck über 1672,20 Euro an Thomas Holzwarth, Marketingleiter des Senner-Verlags (rechts), und Redakteur Lutz Selle (Zweiter von rechts) überreicht. Bürgermeister Matthias Bäcker (Zweiter von links) hatte zuvor bereits für eine zusätzliche Spende der Stadtwerke Neuffen in Höhe von 500 Euro gesorgt.  Foto: Jürgen Holzwarth
Auch ohne Präsenzveranstaltung in der Neuffener Stadthalle kann sich das Ergebnis des Pfeffertagswiegens sehen lassen. Für die Aktion „Licht der Hoffnung“ hat Organisator Willy Heinickel (links) einen Scheck über 1672,20 Euro an Thomas Holzwarth, Marketingleiter des Senner-Verlags (rechts), und Redakteur Lutz Selle (Zweiter von rechts) überreicht. Bürgermeister Matthias Bäcker (Zweiter von links) hatte zuvor bereits für eine zusätzliche Spende der Stadtwerke Neuffen in Höhe von 500 Euro gesorgt. Foto: Jürgen Holzwarth

NEUFFEN. Im Jahr 2019 hatten sich 204 Teilnehmer in der Stadthalle in Neuffen von Waagmeister Willy Heinickel wiegen lassen und ein Gesamtgewicht von 16 932 Kilogramm erreicht. Mehr als die Hälfte der damaligen Teilnehmer des Pfeffertagswiegens haben die Idee von Heinickel unterstützt, der die Veranstaltung nicht komplett dem Corona-Virus zum Opfer fallen lassen wollte. 108 Personen stellten sich im „Homeoffice“ auf die eigene Waage, schickten ihr Ergebnis per E-Mail an den Veranstalter und brachten ein Gesamtgewicht von 8746,6 Kilogramm zusammen. Erwünscht war zudem eine Überweisung von zehn Euro pro Teilnehmer. Einige haben sogar deutlich mehr für die gute Sache beigesteuert. Denn der Betrag kommt komplett sechs sozialen Projekten zugute, die in dieser Saison durch die Aktion „Licht der Hoffnung“ der Nürtinger und Wendlinger Zeitung unterstützt werden.

„Die Differenz kommt zusammen, weil einige Frauen zwar etwas überwiesen haben, sich aber nicht wiegen lassen wollten“, scherzte Willy Heinickel bei der offiziellen Scheckübergabe vor dem Rathaus in Neuffen. Einige Männer hätten zudem freiwillig deutlich mehr überwiesen, darunter Bürgermeister Matthias Bäcker und der Bundestagsabgeordnete Michael Hennrich. Jedenfalls freute sich Heinickel über den „schönen Erfolg“ seiner Idee. „Ich hatte damit gerechnet, dass nur 500 Euro zusammenkommen.“ Er hatte befürchtet, dass nicht alle Teilnehmer auch Geld überweisen. „Wiegen geht leichter als überweisen.“

Heinickel ist seit dem ersten Pfeffertagswiegen lückenlos bei der stets am 28. Dezember durchgeführten Veranstaltung als Waagmeister dabei. Ins Leben gerufen hatte das Pfeffertagswiegen einst Dieter Kudermann, der damalige Wirt des Stadthallen-Restaurants.

Beim schwersten Teilnehmer und der leichtesten Teilnehmerin hat sich zwischen der öffentlichen Veranstaltung 2019 und der virtuellen Version 2020 nicht viel geändert: Rainer Schock mit 130,4 Kilo (Vorjahr 130,0) und Silvia Heermann mit 47 Kilo (Vorjahr 46,3) steigerten sich nur in geringem Maße. Allerdings sank das Durchschnittsgewicht aller Teilnehmer recht deutlich von 83,0 Kilo im Jahr 2019 auf 80,99.

Schon vor den 1672,20 Euro hatten die Stadtwerke Neuffen wie jedes Jahr zusätzliche 500 Euro für die gute Sache überwiesen.

Für den 28. Dezember 2021 hoffen Willy Heinickel und Bürgermeister Matthias Bäcker darauf, dass dann wieder ein öffentliches Pfeffertagswiegen möglich sein wird. Ob die Stadthalle, die derzeit saniert wird, dann wieder der Veranstaltungsort sein kann, ist noch offen. „Wir finden auf jeden Fall eine Lösung“, verspricht Bäcker. So seien der Gemeindehaus-Saal der Kirche und die Turnhalle des Schulzentrums mögliche Alternativ-Standorte für den Traditions-Termin am 28. Dezember.

Licht der Hoffnung