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Kurzarbeit und Steuer

11.04.2020 05:30, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

(pm) Momentan nutzen viele Unternehmen Kurzarbeit für ihre Beschäftigten. Der Bund der Steuerzahler erklärt, warum Arbeitnehmer dabei etwas Geld beiseitelegen sollten und was es sonst zu beachten gibt. Das Kurzarbeitergeld selbst bleibe einkommensteuerfrei. Die Leistung falle aber unter den Progressionsvorbehalt. Das bedeute, dass am Ende des Jahres die Leistung zum übrigen Einkommen addiert und für die Berechnung des Steuersatzes herangezogen werde. „Die Leistung erhöht also den Steuersatz, der auf das übrige nicht steuerfreie Einkommen anfällt“, so der Steuerzahlerbund. Als Folge könne unter Umständen eine Steuernachzahlung anfallen. Ob und in welcher Höhe hänge vom Einzelfall ab.

Außerdem müssten Kurzarbeiter beachten, dass sie für das Jahr, in dem die Lohnersatzleistung bezogen wird, eine Steuererklärung abgeben müssen – auch dann, wenn sie in den Vorjahren dazu nicht verpflichtet waren.

Nehmen Arbeitnehmer nach Beginn der Kurzarbeit eine Nebentätigkeit auf, werde diese normalerweise auf das Kurzarbeitergeld angerechnet. Diese Regelung sei nun aber als Maßnahme in der Krise gelockert worden. Kurzarbeiter könnten ab 1. April in systemrelevanten Bereichen, die der Aufrechterhaltung der Infrastruktur und Versorgung dienten, zum Beispiel in der Landwirtschaft oder im medizinischen Bereich, bis zur Höhe des vorherigen Einkommens hinzuverdienen, ohne dass dies beim Kurzarbeitergeld angerechnet wird.

Informationen im Zusammenhang mit der Corona-Krise können beim Bund der Steuerzahler Baden-Württemberg unter der gebührenfreien Rufnummer (08 00) 0 76 77 78 bestellt werden.

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