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Kurzarbeit rettet zahlreiche Arbeitsplätze

16.01.2021 05:30, Von Henrik Sauer — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Jahresbilanz der Agentur für Arbeit im Corona-Jahr 2020: Die Zahl der Arbeitslosen ist deutlich gestiegen, dennoch habe sich der Arbeitsmarkt als robust erwiesen

Der Arbeitsmarkt im Landkreis Esslingen war im vergangenen Jahr geprägt von Corona, dem Strukturwandel und einer konjunkturellen Schwäche. Die Zahl der Arbeitslosen ist deutlich angestiegen. Trotzdem fällt die Bilanz von Karin Käppel, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Göppingen, nicht nur negativ aus.

Der Arbeitsmarkt im Jahr 2020

Weniger Beschäftigte in verarbeitendem Gewerbe und Gastronomie

Im Raum Nürtingen waren im vergangenen Jahr durchschnittlich 2535 Menschen arbeitslos gemeldet. Das waren 575 mehr als im Jahr davor. Die durchschnittliche Arbeitslosenquote stieg von 3,1 auf 3,9 Prozent. Im Landkreis Esslingen stieg die durchschnittliche Arbeitslosenzahl um 2864 auf 12 555. Die Arbeitslosenquote betrug im Schnitt 4,1 Prozent (Vorjahr 3,2 Prozent).

Beschäftigung: Im Gesamtbezirk der Agentur für Arbeit Göppingen, also in den beiden Landkreisen Esslingen und Göppingen, ging vor allem im verarbeitenden Gewerbe die Zahl der Beschäftigten zurück. Stand 30. Juni 2020 gab es hier im Vorjahresvergleich 2793 Beschäftigte weniger, davon 2181 in der Metall-, Elektro- und Stahlindustrie. Die Zeitarbeiter beschäftigten 1300 Mitarbeiter weniger, der Handel und Kfz-Werkstätten zusammen 391 Leute weniger. Auch im Gastgewerbe waren 390 Mitarbeiter weniger beschäftigt. Hingegen stieg die Beschäftigung bei den Finanz- und Versicherungsdienstleistern um 980, in der Informations- und Kommunikationsbranche um 670 und im Gesundheitswesen um 522 Personen. Insgesamt waren in beiden Landkreisen 307 460 Männer und Frauen sozialversicherungspflichtig beschäftigt (minus 0,6 Prozent)

Ausgaben: Die Göppinger Arbeitsagentur hat im vergangenen Jahr insgesamt 628 Millionen Euro ausgegeben, mehr als dreimal so viel als im Jahr davor (205 Millionen Euro). Für Arbeitsförderung betrugen die Ausgaben 64 Millionen Euro, nach 60 Millionen Euro im Vorjahr. Die Aufwendungen für Arbeitslosengeld stiegen von 84 Millionen auf 125 Millionen Euro. Für Kurzarbeitergeld wurden knapp 203 Millionen Euro aufgewendet.

„Der Arbeitsmarkt ist besser durch die Krise gekommen, als zu befürchten war“, sagte Käppel am Freitag bei der Vorstellung der Jahresbilanz 2020. Das sei bei allem Negativen die positive Nachricht. Vor allem habe die starke Inanspruchnahme der Kurzarbeit durch die Unternehmen „immens viele Arbeitsplätze gerettet“. Aber auch sonst sei der Arbeitsmarkt nicht völlig eingebrochen und habe sich relativ robust gezeigt. Zwar fragten die Betriebe viel weniger Arbeitskräfte nach als noch im Vorjahr, dennoch habe es keinen Stillstand bei den Einstellungen gegeben: „Auch der angespannte Arbeitsmarkt bot Chancen, und viele Menschen konnten eine neue Arbeit aufnehmen.“


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