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„Es wird ganz normal sein, mit einem Regal zu reden“

07.05.2016 00:00, Von Henrik Sauer — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Der Wissenschaftler Michael ten Hompel über „Industrie 4.0“ und wie sie das Arbeitsleben verändern wird

Der Begriff „Industrie 4.0“ ist im Wirtschaftsleben in aller Munde. Aber wie muss man sich die damit verbundene Vernetzung der Prozesse in Unternehmen vorstellen? Und welche Auswirkungen ergeben sich daraus für den Arbeitsalltag? Darüber sprachen wir mit Professor Dr. Michael ten Hompel. Der Wissenschaftler und Logistikexperte hält nächste Woche bei der Volkshochschule dazu einen Vortrag in Nürtingen.

Herr ten Hompel, was versteht man unter Industrie 4.0?

Das ist die vierte industrielle Revolution. Sie wurde 2011 ausgerufen, auf der Hannover Messe übrigens. Sie heißt die vierte, weil man sagt, die erste industrielle Revolution war die Einführung der Dampfmaschine, die Mechanisierung also. Die zweite die Elektrifizierung mit der Einführung des Fließbands, und dann in den siebziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts die Automatisierung. Und jetzt kommt die Autonomisierung.

Was ist bei Industrie 4.0 möglich, was bisher nicht geht?

Bei der vierten industriellen Revolution fangen die Dinge an, ein Stück weit selbständig zu werden. Sie sind in der Lage, sich untereinander zu vernetzen und auch ihre Umgebung wahrzunehmen.

Wie muss man sich die Fabrik der Zukunft vorstellen?

Ich würde es gerne an einem Beispiel aus der Logistik deutlich machen. In ein paar Jahren wird es ganz normal sein, mit einem Regal zu reden. Ich muss immer noch schmunzeln, wenn ich das erzähle, weil es sich so verrückt anhört. Aber das ist tatsächlich die Zukunft. Die Regale werden mit Kameras ausgestattet sein und erkennen, wer mit ihnen kommuniziert. Sie werden aber auch in der Lage sein, ihre Bestände selbst zu führen und den Nachschub zu koordinieren.

Professor Dr. Michael ten Hompel: „Wir sehen erst die Spitze von Industrie 4.0.“ Foto: pm
Professor Dr. Michael ten Hompel: „Wir sehen erst die Spitze von Industrie 4.0.“ Foto: pm

Das Ganze setzt sich dann fort bis zum Lkw, der selbständig über die Autobahn fährt.


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