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Bei Kurzarbeit droht Steuernachzahlung

17.03.2021 05:30, Von Henrik Sauer — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Arbeitnehmer, die Kurzarbeitergeld bekommen haben, müssen eine Steuererklärung abgeben – Auch Erstattungen sind möglich

Im vergangenen Jahr haben so viele Menschen kurzgearbeitet wie noch nie. Was viele nicht wissen: Wer eine Lohnersatzleistung wie das Kurzarbeitergeld bekommen hat, muss eine Einkommensteuererklärung beim Finanzamt abgeben. Und er muss unter Umständen mit einer Steuernachforderung rechnen.

Info

Kurzarbeit und Steuer: Berechnungsbeispiele

Der Steuerzahlerbund hat zum Thema Kurzarbeitergeld und Steuern einige Beispielrechnungen gemacht.
Ein Single (Steuerklasse I) erzielt ein Monatsbruttoeinkommen von 2500 Euro. Er arbeitet 2020 für sechs Monate zu 50 Prozent kurz, das heißt, in dieser Zeit erhält er einen monatlichen Bruttolohn von 1250 Euro und zusätzlich Kurzarbeitergeld. Letzteres beträgt für die sechs Monate 2787 Euro. Für seinen regulären Arbeitslohn hat der Arbeitgeber Lohnsteuer von monatlich 284,50 Euro und für den Arbeitslohn während der Kurzarbeit 21,25 Euro einbehalten, insgesamt für das Jahr 2020 also 1834,50 Euro. Mit dem Kurzarbeitergeld ergibt sich für 2020 eine festzusetzende Einkommensteuer von 2136 Euro. Für diesen Single ergibt sich also eine Steuernachzahlung in Höhe von 301 Euro (mit Soli 318 Euro).
Ein verheirateter Arbeitnehmer (Steuerklasse III) mit zwei Kindern hat ein monatliches Bruttoeinkommen von 4500 Euro. 2020 arbeitet er neun Monate regulär und bekommt für drei Monate Kurzarbeitergeld 0. Letzteres beträgt monatlich 2072 Euro, insgesamt also 6216 Euro. Für seinen regulären Arbeitslohn hat er bereits monatlich rund 481 Euro Lohnsteuer gezahlt, für neun Monate insgesamt rund 4329 Euro. Mit dem Kurzarbeitergeld ergibt sich für 2020 eine festzusetzende Einkommensteuer von 3722 Euro. Für diesen Arbeitnehmer ergibt sich daher eine Steuererstattung in Höhe von 607 Euro.

Wer in der Steuerklasse eins oder vier veranlagt ist und außer seinem Arbeitslohn bis zu einer Höhe von 410 Euro keine weiteren Einkünfte hat, ist normalerweise nicht verpflichtet, eine Steuererklärung abzugeben, weil die Lohnsteuer bereits vom Arbeitgeber abgeführt wird. Mit der Kurzarbeit ändert sich das. Übersteigt das Kurzarbeitergeld 410 Euro, was bei den meisten Arbeitnehmern der Fall sein dürfte, ist eine Einkommensteuererklärung abzugeben, erklärt die Steuerexpertin Andrea Schmid-Förster vom Bund der Steuerzahler Baden-Württemberg.


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