Anzeige

Wendlingen

Modell der Oberklasse: Spielplatz im Römerpark Köngen eröffnet

10.07.2018, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Das Durchschneiden des Bandes war nur noch ein Symbol: Längst hatten die Kinder am Sonntag den schönen neuen Spielplatz im Römerpark Köngen in Beschlag genommen. – Man kriegt das, wofür man bezahlt, sagt ein englisches Sprichwort. In diesem Fall hatte die Bürgerstiftung Köngen sehr viel bezahlt, genau 150 000 Euro, entsprechend attraktiv ist der Spielplatz geworden. Mit seinem Kastellturm, dem Kletterlimes, wackelnden Weinfässern und vielem mehr ist er kein Produkt von der Stange, sondern ein überzeugender Einzelentwurf der Oberklasse. Er führt die Kleinen spielerisch an das Thema „Römer“ heran. Beim Spielplatzfest schnitten Bürgermeister Otto Ruppaner, Altbürgermeister Hans Weil, der Präsident des Schwäbischen Albvereins Dr. Hans-Ulrich Rauchfuß und Jakub Nekoln, Bürgermeister der tschechischen Partnerstadt Cesky Brod, gemeinsam das Band durch, unterstützt und bewacht von der Römergruppe Numerus Brittonum (rechts). Zuvor wurde ein fröhlicher ökumenischer Gottesdienst gefeiert, anschließend sangen und tanzten die Kinder der drei kommunalen Kindergärten (links): Kindertagesstätte Burggärtle, Kinderkrippe Sonnenwinkel und Kinderhaus Regenbogen. Bürgermeister Otto Ruppaner erinnerte an die Geschichte und Vorgeschichte des Römerparks Köngen, der nun seit 30 Jahren besteht. Beinahe hätte es dieses Kleinod im Ballungsgebiet nicht gegeben, denn im Flächennutzungsplan von 1963 waren die Grundstücke als Bauland ausgewiesen. Hoffnungen der Eigentümer, die sich zuvor über niedergetrampelte Wiesen und Felder ärgerten, stand das blanke Entsetzen der Denkmalschützer entgegen. Die juristischen Auseinandersetzungen zwischen der Gemeinde Köngen und dem Land Baden-Württemberg gingen durch zwei Instanzen. Im Jahr 1973 siegte das Land vor dem Verwaltungsgerichtshof in Mannheim. Erst Anfang der 1980er-Jahre kam wieder Bewegung in die Sache. Der Schwäbische Albverein, der schon 1911 den römischen Kastellturm restauriert hatte, konnte mit finanzieller Unterstützung des Landes die Grundstücke erwerben. Nach langen Diskussionen wurde der Römerpark angelegt und es wurde das Museum gebaut. 30 Jahre später sind solche Querelen weit weg, stattdessen gab es auf dem ganzen Gelände lauter kindgerechte Spiele, Basteleien und Informationen. pd/Fotos: Dietrich

Anzeige

Wendlingen