Wendlingen

"Großer Gott" statt des Eids auf den Führer

09.02.2008 00:00, Von Jürgen Gerrmann — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Der Unterboihinger Fabrikant Fritz Otto trat sein Amt als Kreisrat nicht an, weil er Adolf Hitler keine Treue schwören wollte

WENDLINGEN-UNTERBOIHINGEN. Er sei unbemerkt in eine Nische des Gebäudes des Reichsinnenministeriums getreten, um den Eid auf den Führer nicht mitsprechen zu müssen: So schilderte Hans Globke, der Kommentator der Nürnberger Rassegesetze, seine angebliche heimliche Distanz zum Nazi-Regime. Und so konnte er nach dem Krieg erstaunliche Karriere machen als Chef des Bundeskanzleramts unter Konrad Adenauer (CDU). Millionen dürften sich wie er nicht gern an den Moment erinnert haben, an dem sie Adolf Hitler die Treue schworen. Es gab jedoch auch welche, die ganz bewusst und ganz offen Nein sagten. Zu ihnen zählte der Unterboihinger Fabrikant Fritz Otto.

Als Held fühlte er sich dennoch nicht, und es gab auch Dinge, die er an dem neuen Staat positiv fand. Natürlich nicht zuletzt, dass es mit der Wirtschaft wieder aufwärts ging. Und so ist seine Vita auch ein Zeugnis der Zwiespältigkeit dieser Zeit vor 75 Jahren. Auch wenn man ihn nicht als aktiven Widerstandskämpfer bezeichnen konnte, so wusste Fritz Otto indes von Anbeginn an, wo für ihn die Trennlinie war, sich sein Geist von dem der Nationalsozialisten schied: in seinem Glauben.


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